Wissenschaft

Landwirtschaft, Tier- Pflanzenwelt

27.08.2017

Gefahr für europäische Agrar-Böden durch Nematoden

Schädliche Bodenorganismen überleben drei Jahre

Durch Reisen und Handel eingeschleppte Nematoden gefährden Ernten
Fadenwurm: Seine Präsenz ist eine Gefahr für Ernten (Foto: Lee T. Aalders)
Fadenwurm: Seine Präsenz ist eine Gefahr für Ernten (Foto: Lee T. Aalders)

Hamilton (pte019/24.08.2017/10:30) - Winzige Lebewesen in der Erde, die Pflanzen angreifen, können unter trockenen Bedingungen mindestens drei Jahre überleben. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher von AgResearch http://agresearch.co.nz . Die Ergebnisse liefern neue Einblicke in die Gefahren, die durch Reisen und den Handel zwischen Ländern für die Biosicherheit entstehen. Damit stellt sich auch verstärkt die Frage, wie diese Nematoden entdeckt werden können, bevor sie die Grenzen überschreiten und möglicherweise den Ertrag von Ernten und Futtermitteln verringern.

Fortpflanzung als Problem

Bei Nematoden handelt es sich um sehr kleine wurmartige Organismen. Sie können extrem zählebig sein und verfügen über positive und nachteilige Auswirkungen. Zu den schädlichen pflanzenparasitären Nematoden gehören Arten, die Pflanzen während ihres Wachstums und Überlebens angreifen. Für die aktuelle Studie haben die Forscher Proben eines einheimischen Waldes und eines organischen Obstgartens gesammelt. Sie wurden getrennt bei Raumtemperatur 36 Monate lang in Schränken gelagert.

Die Wissenschaftler haben regelmäßig Proben genommen, um festzustellen, ob sich Nematoden nachweisen lassen. Dabei wurde auch untersucht, ob sie Pflanzen infizierten. Verschiedene Verfahren wurden zur Entdeckung angewendet. Laut Studienautor Lee Aalders konnten Nematoden, die Wurzelläsionen verursachen, Weidelgras noch nach 36 Monaten befallen. Sie konnten auch noch nach 13 Monaten Nachwuchs hervorbringen. Danach konnten sie nicht mehr nachgewiesen werden.

Generischer Test gefordert

Den Experten nach zeigen die Ergebnisse, dass schädliche Nematoden unter richtigen Bedingungen, wenn sie mit der Seefracht, Schuhwerk oder gebrauchten Maschinen transportiert werden und vor der Sonne oder extremer Hitze geschützt sind, überleben, falls sie auf eine passende Wirtspflanze treffen. Daher regen die Forscher die Entwicklung eines generischen Tests basierend auf molekularbasierten Verfahren für den Nachweis an. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Neobiota" veröffentlicht.