Wissenschaft

Klassische Medizin

18.07.2017

Stammzellen als neue Waffe gegen Asthma ?

Stammzellen als neue Waffe gegen Asthma im Blick

Fibrosen behandelbar - Alternativmethode zu herkömmlichem Cortison



Melbourne (pte004/04.07.2017/06:15) - Forscher der Monash University http://monash.edu haben eine neue Therapie für chronisches Asthma gefunden. Chrishan Samuel und Simon Royce setzten sogenannte Mesenchymale Stammzellen (MSC) des australischen Unternehmens Cynata Therapeutics ein, ein Spezialist für die Gewinnung dieser Vorläuferzellen von Bindegewebe wie Knochen, Knorpeln, Muskeln, Bändern, Sehnen und Fettgewebe.

Klinische Modelle erfolgreich

Die Forscher haben die Zellen an klinischen Modellen getestet, um die Wirkung auf drei Schlüsselelemente von Asthma herauszufinden - auf Entzündungshemmung sowie Veränderungen in der Lunge und der Luftwege aufgrund von anhaltender Entzündung. Sie fanden heraus, dass MSC positive Wirkungen auf sämtliche Symptome und Auswirkungen von Asthma haben, wenn sie in die Nase gesprüht werden.

Den Forschern zufolge besteht nun die Hoffnung, dass für Asthma-Patienten, die die herkömmliche Behandlung mit Cortison nicht gut vertragen, eine neue Therapiemöglichkeit entwickelt werden kann. "Es ist ganz wichtig, dass wir herausgefunden haben, wie sich eine Fibrose behandeln lässt", sagt Samuel. Eine Fibrose ist eine krankhafte Bildung von Bindegewebe in der Lunge, die deren Funktion einschränkt.

Andere Stammzelltypen, die die Forscher ebenfalls überprüft haben, konnten krankhafte Veränderungen in der Lunge nicht rückgängig machen. Das gelang nur durch eine parallele Behandlung mit Medikamenten. Der nächste Schritt ist ein Vergleich der Wirkung herkömmlicher Methoden und der MSC-Kur. Außerdem wollen die Forscher MSC- und Cortisonbehandlung miteinander kombinieren, um herauszufinden, ob sich die Wirkungsweisen ergänzen. Zudem sind klinische Studien mit MSC angedacht.

Weltweit bis zu 300 Mio. Erkrankte

Jeder neunte Australier leidet unter Asthma, das sind rund 2,5 Mio. Menschen. Die WHO http://who.int und die Global Initiative for Asthma gehen von etwa 230 beziehungsweise 300 Mio. Betroffenen weltweit aus. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts http://rki.de ist die Gefahr, an Asthma zu erkranken, zwischen 2003 und 2009 gestiegen: bei Frauen von 6,0 auf 10,1 Prozent, bei Männern von 5,2 auf 8,3 Prozent. Eine Langzeitprognose geht allerdings davon aus, dass die Erkrankungsrate in den nächsten Jahrzehnten stabil bleiben wird.