Wissenschaft

Landwirtschaft, Tier- Pflanzenwelt

18.12.2016

Reisestress für Honigbienen

**Reisestress für Honigbienen**
Kürzeres Leben durch Umsiedlungen

(aid) – Mehr und mehr stehen Honigbienen im Zentrum der
Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern, hängt doch eine Menge von ihrer
Bestäubungsleistung ab. Jährlich werden in den USA mehr als eine
Million Bienenvölker mehr oder weniger weit durch die Landschaft
transportiert, um beispielsweise Apfel- oder Mandelplantagen in
Kalifornien zu bestäuben. Der Ertrag der Bäume ist unmittelbar von
der Leistung der Bienenvölker abhängig.

Doch Reisen ist offenbar nicht nur für Menschen anstrengend und
belastend für das Immunsystem, auch Bienen sind erhöhtem Stress und
damit Erkrankungsrisiko ausgesetzt, wenn sie transportiert werden. Das
hat eine Studie der North Carolina State University ergeben, die die
Lebensspanne von Bienenvölkern unter verschiedenen
Transportbedingungen mit der von stationären Bienen verglichen hat.

Demnach leben transportierte Bienen rund einen Tag kürzer als
stationär gehaltene, was zunächst wenig erscheint, bei einer
Gesamtlebensdauer von 20 Tagen aber durchaus ins Gewicht fällt.
Allerdings sind die Auswirkungen unzureichenden Futterangebotes ebenso
stressig für die fleißigen Bestäuber – sind keine Blüten mehr
da, verkürzt sich ebenfalls die Lebensdauer. Um diese negativen
Effekte auszugleichen, empfehlen die Wissenschaftler entweder den
Transport in reiche blühende Bestände mit sofortigem Futterangebot
oder die Verabreichung von Nahrungsergänzungsfutter.

Die Studie ist ein weiterer Schritt dahin zu erforschen, welche
Faktoren Bienenvölker krankheitsanfällig machen. Das ist von
besonderer Relevanz, seit die berüchtigte Varroa-Milbe zu einem
umfangreichen Bienensterben geführt hat.

/Friederike Heidenhof