Wissenschaft

Aktuelle Meldungen

19.09.2018

Niemand will mehr körperlich arbeiten

Das Handwerk kämpft um Fachkräfte. Viele junge Menschen studieren lieber, als einen Beruf zu erlernen. Das spüren die Betriebe ausgerechnet jetzt heftig, da ihre Auftragsbücher randvoll gefüllt sind.

Viele Handwerksbetriebe sind auf Monate ausgebucht und suchen verzweifelt Fachkräfte. „Derzeit sind die Auftragsbücher unserer Betriebe zum Teil so sehr gefüllt, dass sie sogar schon Aufträge ablehnen müssen, weil sie schlicht nicht genügend Fachkräfte haben, um alles abzuarbeiten“, berichtet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Fast die Hälfte der Firmen habe Schwierigkeiten, Personal zu finden.

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen bezifferte der Verband auf rund 150.000 – vermutlich liege sie aber noch höher. Die Gründe für diese Entwicklung liegen laut ZDH in sinkenden Schulabgängerzahlen und einer erhöhten Neigung zu studieren. „Damit ging die Entwertung der dualen Ausbildung einher“, bemängelt der Verband. „Über viele Jahre haben sich zu wenig Jugendliche für eine Lehre im Handwerk entschieden.“

Notwendig sei ein Bewusstseinswandel: „Einer beruflichen Ausbildung muss wieder die Wertschätzung unserer Gesellschaft entgegengebracht werden, die ihr gebührt.“