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09.07.2018

Impfen: Die beste Apotheke der Welt,

Impfen: Die beste Apotheke der Welt, unsere körpereigene aktivieren

 

Gemeinschaftsschutz“:  Warum  wir  mit  Impfungen  nicht  nur  uns  selbst, sondern  auch  andere  schützen   

 Wer  sich  impfen  lässt,  schützt  nicht  nur  sich  selbst  –  schließlich kann  man  eine  Infektion,  die  man  sich  selbst  gar  nicht  erst  zuzieht,  auch  nicht  auf andere  übertragen.  Oft  sind  es  Säuglinge,  die  auf  diesen  Gemeinschaftsschutz angewiesen  sind,  bevor  sie  selbst  geimpft  werden  können.  Aber  auch  Erwachsene profitieren  von  dem  Effekt,  der  auch  als  Herdenimmunität  bezeichnet  wird.  Über  die wechselseitigen  Schutzbeziehungen,  die  Impfungen  mit  sich  bringen,  werden Experten  auf  der  heutigen  Pressekonferenz  anlässlich  des  Kongresses  für Infektionskrankheiten  und  Tropenmedizin  (KIT  2018)  in  Köln  diskutieren. Mit  den  Impfempfehlungen,  die  die  Ständige  Impfkommission  des  Robert-Koch-Instituts  für Deutschland  formuliert,  werden  eine  ganze  Reihe  unterschiedlicher  Ziele  verfolgt.  „Neben dem  Individualschutz  vor  Infektionskrankheiten  und  deren  möglichen  Folgen  spielen  auch gesellschaftlich  relevante  Ziele  wie  die  Unterbrechung  von  Infektionsketten  oder  die Ausrottung  von  Erregern  eine  Rolle“,  sagt  Professor  Dr.  med.  Markus  Knuf,  Direktor  der Klinik  für  Kinder  und  Jugendliche  der  Helios  Dr.  Horst  Schmidt  Kliniken  Wiesbaden  und Kongress-Präsident  von  Seiten  der  Deutschen  Gesellschaft  für  Pädiatrische  Infektiologie (DGPI).  Auch  der  Aufbau  einer  Herdenimmunität  falle  in  diese  zweite  Kategorie  –  denn  nur durch  sie  können  Menschen,  die  selbst  nicht  geimpft  werden  können,  vor  den  betreffenden Infektionen  und  möglichen  Komplikationen  geschützt  werden. Auch  wenn  Säuglinge  und  Kleinkinder  diesen  Schutz  besonders  benötigen,  tragen  sie umgekehrt  wesentlich  zur  Herdenimmunität  bei,  wie  Knuf  am  Beispiel  der  Pneumokokken und  der  von  ihnen  hervorgerufenen  Erkrankungen  zeigt:  Weil  das  Erkrankungsrisiko  bei Kindern  unter  fünf  Jahren  besonders  groß  ist,  sieht  der  Impfkalender  bereits  im  Säuglings- und  Kleinkindalter  eine  Impfung  gegen  häufige  Pneumokokken-Varianten  vor.  „Genau  diese Varianten  treten  seitdem  auch  bei  Senioren  deutlich  seltener  auf“,  sagt  Knuf.  Auch  diese Gruppe  sei  durch  Pneumokokken-Infektionen  und  deren  Komplikationen  besonders gefährdet.   Ob  der  Aufbau  einer  Herdenimmunität  als  Argument  ausreicht,  um auch die jährliche Grippeimpfung für alle Kinder zu empfehlen, ist unter Experten umstritten. Bisher sieht das RKI  die  Impfung  nur  für  Kinder  vor,  die  selbst  ein  erhöhtes  Risiko  für  Komplikationen  haben. Für  Markus  Knuf  gibt  es  dennoch  gute  Gründe,  auch  gesunde  Kinder  gegen  die  Influenza  zu impfen.  „Zwar  verläuft  die  Grippe  bei  ihnen  meist  unkompliziert,  doch  kommt  es  auch  hier immer  wieder  zu  schweren  Verläufen“,  erklärt  er.  Zudem  seien  Kinder  der  Dreh-  und Angelpunkt  der  Influenza  in  der  Gesellschaft.  Kinder  im  Vorschulalter  scheiden  über  einen langen  Zeitraum  hinweg  eine  große  Anzahl  von  Viren  aus,  haben  eine  hohe  Kontaktrate  und wissen  noch  nichts  von  Hygiene.  Viele  Erwachsene  stecken  sich  daher  gerade  bei Kleinkindern  mit  der  Grippe  an. Meist  sind  es  jedoch  die  Jüngsten,  die  den  Herdenschutz  benötigen.  Als  Beispiel  dafür,  wie geimpfte  Erwachsene  zum  Schutz  von  Säuglingen  beitragen,  nennt  Knuf  die  Impfung  gegen Keuchhusten  (Pertussis).  Diese  für  Säuglinge  gefährliche  Krankheit  wird  meist  über Jugendliche  oder  Erwachsene  übertragen,  bei  denen  der  Impfschutz  bereits  nachlässt.  „Es ist  daher  sinnvoll,  den  Schutz  gegen  Pertussis  im  Jugend-  oder  Erwachsenenalter aufzufrischen“,  sagt  der  DGPI-Experte.  Auch  die  sogenannte  maternale  Immunisierung,  also die  Impfung  einer  werdenden  Mutter  im  letzten  Schwangerschaftsdrittel  kann  ein  Konzept sein,  das  Neugeborene  zu  schützen.