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03.05.2018

Bedingungsloses Grundeinkommen in der Analyse

Finnland hat zwar das Experiment gecancelt, aber trotzdem ist es bedenkenswert. Lesen Sie dazu den folgenden Beitrag

Ihr Jean Pütz

Sinkende Motivation befürchtetManager halten wenig von Grundeinkommen

In deutschen Chefetagen stößt das bedingungslose Grundeinkommen auf wenig Gegenliebe. Die große Mehrheit der Manager rechnet mit sinkender Motivation und betriebswirtschaftlichen Problemen. Aber dennoch sehen sie auch positive Aspekte.

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist bei manchen beliebt, bei anderen stößt sie auf Kritik. Zu Letzteren zählen auch die Führungskräfte deutscher Unternehmen. In einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY stimmten mehr als zwei Drittel der befragten Manager der Aussage zu, dass in den unteren Einkommensklassen die Arbeitsmotivation sinken würde und sich daraus betriebswirtschaftliche Probleme ergeben könnten.

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Lediglich 14 Prozent befürworten das ohne Bedingungen an alle auszuzahlende Grundeinkommen, das sämtliche anderen Sozialtransfers ersetzen soll. Für den Fall einer Einführung hielten 41 Prozent einen Betrag zwischen 751 und 1000 Euro für passend.

Positive Aspekte des bedingungslosen Grundeinkommens sind nach Einschätzung von 62 Prozent der Befragten die Einsparung von Verwaltungskosten, wenn bisherige Sozialleistungen wegfallen. Und 45 Prozent gehen davon aus, dass Menschen mit einer Grundabsicherung eher bereit wären, kurzfristige Jobs anzunehmen und beruflich etwas zu wagen.

An der telefonischen Umfrage nahmen zwischen Mitte Februar und Mitte März insgesamt 300 Führungskräfte teil. Sie sind entweder Inhaber, Geschäftsführer oder tragen in der Personalabteilung von Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern Verantwortung. 43 Prozent von ihnen haben sich nach eigenen Angaben bereits intensiver mit dem Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens befasst. Dieses sieht vor, dass jeder Bürger unabhängig von seiner Leistung und seiner Lebenssituation einen bestimmten Betrag vom Staat als Grundsicherung bekommt.

Chefs rechnen mit weniger Jobs

Zugleich erwarten knapp drei Viertel der Befragten, dass künftig die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander gehen wird. Das liege daran, hieß es, dass nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen vom digitalen Wandel wie etwa dem Einsatz von Robotern oder künstlicher Intelligenz profitieren würden.

In 17 Prozent der befragten Firmen wurden bereits Arbeitsplätze abgebaut, weil neue Technologien den Job übernommen haben - besonders stark im Finanzsektor. Ein Drittel der Befragten glaubt, dass in ihrem Unternehmen deshalb künftig Jobs wegfallen werden. Nur neun Prozent gaben an, dass durch die Digitalisierung neue Arbeitsplätze entstehen.

Quelle: n-tv.de , kst/AFP/dpa