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14.02.2017

Winzige 3D-Sphären erlauben neue Einblicke in TBC

Winzige 3D-Sphären erlauben neue Einblicke in TBC

Krankheit lässt sich ab jetzt wochenlang im Labor genauestens studieren
3D-Spären: bessere Forschung in der Zelle möglich (Foto: southampton.ac.uk)
3D-Spären: bessere Forschung in der Zelle möglich (Foto: southampton.ac.uk)

Southampton (pte004/08.02.2017/06:00) - Experten der University of Southampton http://southampton.ac.uk haben ein neues 3D-System zur Erforschung von TBC-Infektionen unter Laborbedingungen entwickelt. Gemeinsam mit Forschern des University College London http://ucl.ac.uk wurde eine elektrostatische Verkapselungstechnik eingesetzt, um winzige 3D-Sphären in menschlichen Zellen herzustellen. Sie können mit TBC-Bakterien infiziert werden. So entstehen Bedingungen, die viel näher an den Ereignissen im Körper eines Patienten sind.

Bessere Analyse möglich

Das neue Modell ermöglicht den Forschern auch, näher zu untersuchen, was bei der Entstehund von TBC im Körper geschieht. Langfristig zielt dieser Ansatz darauf ab, neue Antibiotika und Impfstoffe zu entwickeln. Das Forschungsprojekt wurde vom Medical Research Council http://mrc.ac.uk finanziert. Laut Paul Elkington, Leiter der Forschungsgruppe in Southampton, können die 3D-Sphären mit einer Kollagenmatrix hergestellt werden und weisen daher eine Ähnlichkeit mit einer menschlichen Lunge auf. Damit entsteht ein Umfeld, in dem bestimmte Antibiotika eine Infektion bekämpfen können. Das sei bei 2D-Modellen in dieser Art und Weise nicht möglich.

Zusätzlich können Experimente bis zu drei Wochen lang durchgeführt werden. Das ist laut den Forschern vier Mal länger als bei herkömmlichen 2D-Modellen. Damit erhalten die Wissenschaftler auch mehr Informationen darüber, wie sich eine Infektion entwickelt und welche Auswirkungen verschiedene Interventionen im Laufe der Zeit haben. Die Forschungsergebnisse wurden in "mBio and eLife" veröffentlicht.

Finanzielle Unterstützung

In einem nächsten Schritt wird eine Zusammenarbeit mit dem Africa Health Research Institute http://ahri.org in Durban umgesetzt, die durch den MRC Global Challenges Research Fund Foundation Award http://bit.ly/2kNAmR1 mit 350.000 Pfund, rund 400.000 Euro, unterstützt wird. Tuberkulose ist in Durban sehr stark verbreitet. Daher bietet es sich an, das neue Verfahren an Zellen von Patienten zu studieren, die einem hohen Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind.