Meinung aktuell



19.03.2019

Umweltprobleme lösen: Ein Appell an die Vernunft – Ein Manifest von Jean Pütz

Liebe Besucher meiner Homepage,

Deutschland dreht durch. Ich freue mich zwar über das gesteigerte Interesse der jungen Menschen für die Umweltpolitik. Was mit Greta Thunberg geschieht, grenzt an Hysterie. Goldene Kamera und teure Geschenke, was ist mit unserer Medienlandschaft los, steigen wir jetzt völlig auf reine Emotionalität um? Vergessen wir immer mehr, dass wir in Deutschland und Europa die Welt nicht retten können? Werden unsere Kinder – wie seinerzeit vom modernen Rattenfänger von Hameln – indoktriniert und verlieren immer mehr die Perspektive aufs Ganze, dass nicht nur wir sondern ganz Europa nicht allein die Ursache für die CO2-Misere sind?

Umweltschutz ist unbedingt erforderlich, das stimmt, damit werden die Kinder von vielen Instanzen, insbesondere auch von politischen Parteien, geködert und umgarnt. Wer liebt nicht die Natur und die Erhaltung der Umwelt. Aber dass wirtschaftliche und soziale Bedingungen auch berücksichtig werden müssen, verschwindet im Nirwana. Da sich in meinem unmittelbaren Umkreis meiner Meinung anschließen, fühle ich mich verpflichtet, sozusagen ein Manifest zu formulieren mit Elementen, die in den öffentlichen Diskussionen kaum Berücksichtigung finden. Was ist möglich, ohne den von allen gewünschten Lebensstandard zu erhalten und die Klimaproblematik trotzdem zu lösen? Dazu lesen Sie bitte den Anhang sowohl als PDF- als auch als Word-Datei. Gönnen Sie sich die fünf Minuten. Wenn Sie nicht meiner Meinung sind, schreiben Sie mir.

Ihr  Jean Pütz

PS Wer wissen will, wie das Volk tickt, klicke auf folgenden Link:

https://www.facebook.com/jeanpuetzoffiziell/videos/1011163019067473/

Dieses soziale Medium nutze ich niemals für privaten Angelegenheit, sondern nur, um auf logische Widersprüche in Politik, Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft hinzuweisen. Immerhin besitze ich auf meiner offiziellen Seite über 40.000 Abonnenten, so dass sich die Mühe lohnt. 75 Beiträge liefen unter dem Titel ‚Der Vernunft eine Chance‘ – jetzt poste ich unter ‚Der Zukunft eine Chance‘


Umweltprobleme lösen: Ein Appell an die Vernunft  von Jean Pütz

Hier mein persönliches Manifest:

Seit über 20 Jahren lebe ich fast klimaneutral( s. u.: Jean Pütz, überzeugter Umweltschützer ). Trotzdem muss ich Wasser in den Wein gießen und nachfragen, ob die vielfältigen Initiativen in ihrer Außenwirkung auf die Bürger, insbesondere auf die Jugendlichen, falsch verstanden werden können? Der Mainstream – was an sich positiv zu beurteilen ist -heißt Umweltschutz. Selbstverständlich brauchen wir in unserer unmittelbaren Umgebung saubere Luft, sauberes Wasser durch Schutz der Grundwasserreserven, saubere Natur mit ihrer Artenvielfalt, ökologische Landwirtschaft, wir müssen die Meere vor Unrat, insbesondere vor Mikroplastik und Plastikfolien schützen und natürlich vor radioaktiven und giftigen Abwässern wie z. B. Erdöl.

Dass der Klimawandel von Menschen gemacht ist, kann auch nicht in Abrede gestellt werden. Ob allerdings wir in Deutschland mit einer CO2-Erzeugung von 2% weltweit und Europa mit 10% bei strikter Einhaltung der geschlossenen Grenzwerte das Klima retten können, möchte ich inständig bezweifeln.

Was Deutschland anbelangt, so sind wir auf gutem Wege. Noch nie waren jedenfalls die Gewässer und die Luft so sauber wie heute. Auch die Müllentsorgung inkl. Recycling und Müllerverbrennung kann kaum mehr gesteigert werden. Dieser Aufwand hat sich gelohnt und am Anfang brachte das auch einen großen Ertrag. Aber das Problem ist, Aufwand und Ertrag entwickeln sich nicht linear. Wie bei allen Grenzwert-Betrachtungen verhält sich das entlang einer Parabel. Am Scheitelpunkt bringt noch so viel Aufwand keine Verbesserung, der Grenzwert ist gleich Null. Danach geht es -ähnlich wie von Paracelsus beschrieben -in den Gift- bzw. Schadensbereich. Mehr hilft eben nicht mehr und schadet sogar. Auf die lokalen Umweltinitiativen bezogen bedeutet das: Wenn es nicht gelingt, einen Großteil der Staaten in der Welt von der Notwendigkeit z. B. der CO2-Reduzierung zu überzeugen, wird das Problem global nicht gelöst -ganz nach dem Prinzip Ursache und Wirkung. Deutschland ist stets mit positivem Beispiel vorausgegangen, die löblichen Umweltaktivisten glaubten, das Beispiel würde Schule machen, doch leider konnte am Deutschen Wesen die Welt nicht genesen. Nicht einmal in Europa ist ein Konsens möglich.

Was die mit fossilen Brennstoffen befeuerten Kraftwerke anbelangt, so würde unser Verzicht lokal eher eine Steigerung z.B. der Stromproduktion durch diese Kraftwerke in Polen zur Folge haben. Gleiches gilt für die Kernenergie und die im Moment im Bau und in der Planung befindlichen Tausenden von Kraftwerken in der Welt, z. B. in China, Indien und USA, die schon heute und in der absehbaren Zukunft für 50% der globalen CO2-Erzeugung verantwortlich sind.

Auch die Kernkraftwerke scheinen eine neue Renaissance zu erleben. Unter anderen kann Frankreich die CO2-Grenzwerte spielend einhalten, denn es hat voll auf die Kernenergie gesetzt. Über 100 Kernkraftzentralen sorgen dort für elektrische Energie. Sie haben dazu geführt, dass auch der gesamte Wärmemarkt durch Elektrizität beherrscht wird. Was ein Frevel ist, denn besser wäre es, diese Wärme unmittelbar zu erzeugen, entweder in großen oder kleinen Heizkraftwerken, die gleichzeitig dann auch noch Strom erzeugen.

Deutschland hat bewiesen, dass auch mit regenerativen Energien durchaus zu rechnen ist, obwohl die Nebenwirkungen und Risiken häufig nicht offenbart werden, z. B. dass Insekten und Vögel extrem durch Windräder vernichtet werden und Photovoltaik in unseren Breiten wesentlich unergiebiger ist als im Süden. Trotzdem wieder ein hohes Lob an Deutschland: Die technologische Kompetenz hat zumindest erreicht, der Welt zu zeigen, dass regenerative Energien wirtschaftlich rentabel sind. Wenn wir allerdings auf Grund dieser Erfolge meinen, wir könnten den CO2-Ausstoß in Deutschland durch weitere extreme Maßnahmen, d. h. durch Abschalten sämtlicher Kernkraftanlagen und jetzt auch noch aller Kohlekraftwerke die Welt retten, dann möchte ich das

entschieden in Abrede stellen. Es ist überhaupt nicht geklärt, ob in Zeiten einer Wind- oder Sonnen-Flaute die notwendige elektrische Energie ausreicht, um einen Gau zu verhindern.

Elektrische Energie lässt sich leider nur unter großem Aufwand speichern, z. B. durch Pumpspeicherwerke mit Wasserkraft, aber sonst herrscht Ratlosigkeit. Auch die Abschaltung der Kernkraft bringt generell keine höhere Sicherheit, denn wo sollen die Kernstäbe –teilweise halb abgebrannt –gelagert werden. Ein Endlager wird in Deutschland aus bestimmten Gründen nie gefunden werden. Sie befinden sich jetzt oberirdisch am Standort der abgeschalteten Kernkraftwerke und sind terroristischen und kriegerischen Angriffen weitestgehend ausgesetzt. Gleichzeitig behindern sie dadurch den Rückbau der Anlagen, die übrigens mehr als das Doppelte und Dreifache der ehemaligen Baukosten betragen werden. Da die EVUs nur 50% in der Rücklage haben, muss den Rest der Steuerzahler blechen.

Dieses weitgehende Wunschdenken führt permanent zu Fehlentschlüssen. Leider gibt es auch viele Wissenschaftler, die das bejahen, aber das sind selten Energiefachleute. Diese warnen inständig vor dem elektrischen Gau, denn der Hochspannungsnetzverbund ist besonders durch die vielen dezentralen Einspeisungen von regenerativer Solar- und Wind-Energie für Störungen sehr anfällig geworden. Ich glaube, den überzeugten Ökologen dürfte es nicht besonders angenehm sein, wenn wir dann in diesen Zeiten der Flaute Braunkohle-Energie- oder Kernenergie-Strom aus anderen Ländern beziehen müssen.

Das Ganze wird noch verstärkt, wenn wir unsere Autos auf Elektromobilität umrüsten wollen. Der Mainstream scheint zwar dahin zu wirken, aber dass nur mit Akkumulatoren versehene reine Elektroauto ist noch völlig unausgegoren. Meines Erachtens könnte nur ein modifizierter Hybrid-Antrieb dem Abhilfeleisten. Hier mein Vorschlag: Ein relativschwacher auf optimalem Wirkungsgrad bei gleichbleibender Tourenzahl eingestellter Dieselmotor soll ausschließlich zum Laden der Batterie vorgesehen werden. Im Gegensatz zu den bisherigen Hybridautos wird dann dank der modernen und extrem flexiblen Elektromotoren kein Getriebemehr benötigt. Das macht das Kraftfahrzeug wesentlich leichter und reduziert den Kraftstoffverbrauch. Hinzu kommt noch, dass nur noch die Hälfte der Batteriekapazität benötigt wird, was zusätzlich ein großer Vorteil ist, es halbiert auch die Kosten der aus China und Korea importierten Akkumulatoren, die beim reinen Elektroauto ca. 40% ausmachen. Trotzdem kann die Bremsenergie wieder in elektrische Energie umgewandelt werden, was den mechanischen Bremsabrieb mit seinem Feinstaub erheblich vermindert..

Das alles hätte gleichzeitig auch noch den Vorteil, dass die heutige Automobilindustrie sich nicht völlig umstellen müsste. Die ausgereifte Dieseltechnologie mit Feinstaub- und Stickoxid-Filter würde diese Schlüsselindustrie konkurrenzfähig halten. Dass die Abgase feinstaub- und stickoxidfrei sind, ist schon bewiesen und wurde nur durch verbrecherische Software-Manipulationen verhindert. Dadurch blieben Hunderttausende von Arbeitsplätzen erhalten und Deutschland ebenso wie Frankreich könnte ihre technologische Spritzenkompetenz bewahren. Dass der Dieseltreibstoff schon jetzt regenerativ erzeugt werden kann, ist technisch übrigens bereits gelöst. Dabei werden nur die Rohstoffe solarer Wasserstoff und verflüssigtes CO2, welches in den Kraftwerken anfällt oder aus der Luft gewonnen werden kann, benötigt. Marktwirtschaftlich würde eine CO2-Steuer zunächst in Europa und später in der ganzen Welt eine große Hilfe leisten.

Das extreme Festhalten an sturen Grenzwerten der CO2-Reduktion würde nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa eher schädigen. Die vorbildliche Industrielandschaft, zum Beispiel in Deutschland, die nicht nur aus Großfirmen besteht, sondern aus kleinen unglaublich aktiven mittelständische Produktionsbetrieben, würde revolutionär umgekrempelt, wobei aus Erfahrung die Revolution immer die eigenen Kinder frisst. Die versprochenen Arbeitsplätze auf rein regenerativer Industriebasis,sind nicht einfach aus dem Boden zu stampfen, sondern mehr Wunschdenken als Realität.

Zur Information: Die Bereich der Industrie ist entscheidend beteiligt am deutschen Exporterfolg

weltweitund verantwortlich für unseren Wohlstand. Deutschland hat insofern gegenüber anderen europäischen Ländern einen enormen Vorteil, weil die hiesige Industrie noch zu 21% am gesamten Bruttosozialprodukt beteiligt ist.Dagegen schlägtsiein Englandnur noch mitca. 10% und inFrankreich mit ca. 11%am volkswirtschaftlichen Einkommenzu Buche. Das wird leider oft vergessen. Der Grund: Die Politik vieler europäischer Länder hat damals zu spät den notwendigen Wandel der alten Industrielandschaft in moderne Hightech-Industrien erkannt. Das trifftallerdings nicht mehrauf die heutige Situation zu.

Was Gesamt-Europaanbelangt, so müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass auch heute schon die weltweite Bedeutung unserer Industrie enorm abgenommen hat. Auch Trump versucht mit nationalem Egoismen(‚American first‘)und der Behinderung des globalen Handels dem entgegen zu wirken. In Europa müssen wir dem widerstehen, aber aufpassen, dass wirnichtmit dem vielfach emotional begründeten Umweltbewusstseinden fernöstlichen Einflüssen und ihrergelenktenDemokratienhilflos ausgeliefert werden. Sie verschaffen sich dadurch einen enormen Konkurrenzvorsprung, in dem sie dernotwendigen weltweiten CO2-Reduzierung zwarverbal zustimmen, aber am laufenden Band neue Kern-und fossile Kraftwerke errichten. Sie praktizieren Umweltschutz weitgehend aus egoistischen Gründen, um die Auswüchse ihrer explodierenden Industrialisierungdurch Smog und katastrophaler Entsorgung einigermaßen in den Griff zu bekommen. Auch die Tendenz zum Elektroauto, die bei uns so gelobt wird, steht unter dieser Ägide. Sie verkaufen das bei uns unter Umweltschutz, heizen und kühlen ihre Wolkenkratzer und sonstigen Monstergebäudemit extrem hohemAufwand. Gleiches gilt auch für Indien und Brasilien.

Quintessenz: StarreUmweltideologien, die auf lokalen Grenzwerten bestehen, helfen unsnicht weiter. Wir müssen sehr stark darauf achten, wie andere Länder reagieren, insbesondere,weil die sich abzeichnende Rezessiongroße Probleme bereiten wird. Solche wirtschaftlichen Konjunktur-Problemewerden immer begleitenvon großen internensozialen und politischen Umwälzungen, die möglicherweise nicht mehr zu steuern sind.BREXIT lässt grüßen, wo der Traum vom großen Commenwealth, gesteuert durch Fake News und manipulierte Volksbefragung, die alt-ehrwürdige Demokratie immer mehr infrage stellt.

Zukunft für unsere Jugend heißt auch, nicht nur ein Ziel zu verfolgen, sondern das Gesamtgeschehen im Auge behalten undNebenwirkungen und Risiken offen plausibel zu machen. Leider helfen dabei die neuen Medien nur bedingt, denn die selektive Wahrnehmung verstärkt Lügengeschichten, Sterne vom Himmel zu holen und Träumereien.

Übrigens, dieses sollten alle diese Wissenschaftler, die die begrüßenswerte Initiative der jungen Menschen unterstützen, berücksichtigen. Ich glaube, die Schulen sollten hier aktiv werden und zeigen, dass Umweltpolitik nicht nur emotional gesteuert werdenkann, sondern eine enge Anbindung an naturwissenschaftliche Realitäten und soziale Gesetzmäßigkeiten finden muss. Die Gesamtzusammenhänge dürfen vor allen Dingen nicht wegen pädagogisch verständlicher Fokussierung auf ein Ziel aus dem Blickfeld verloren gehen. Vor 50 Jahren gab es einen wunderbaren Spruch, der das Problem treffend beschreibt: Wir brauchen keine Kraftwerke, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose. Leider spielt das im Bewusstsein vieler Menschen immer noch eine Rolle.

Jean Pütz

Jean Pütz, überzeugter Umweltschützer

In letzter Zeit wurden viele Konzepte entwickelt, wie die Klimaproblematik gelöst werden soll. Sogar Kinder und junge Leute engagieren sich mittlerweile, was sehr zu begrüßen ist.(,) Bisher stand die Jugend dem ziemlich (gleichgültig) hilflosgegenüber. Auch die Wissenschaftler meinen, einen entscheidenden Beitrag leisten zu müssen. ‚Scientists for Future‘ nennt sich diese Initiative.

Trotzdem halte ich eine Diskussion darüber für dringend notwendig, wie dieses hehre Ziel erreicht werden kann, jedenfalls nicht nach dem Motto: Viel hilft viel. Erforderlich sind vor allen Dingen, dass soziologische und fachspezifische Kriterien mit berücksichtigt werden.

Hier der Vorschlag als Wissenschaftsjournalist, (der)Diplom Ingenieur für Energetik(ist), der gleichzeitig aber auch empirische Soziologie an der Universität zu Köln als Überzeugungstäter studiert hat. Überzeugungstäter bin ich auch in Sachen Umweltschutz, denn seit Jahrzehnten ist die Nachhaltigkeit menschlichen Handelns auf unserem Globus ein wesentlicher Inhalt meiner journalistischen Arbeit. Ich habe die Redaktion ‚Naturwissenschaft und Technik‘ im 3. Programm des Westdeutschen Fernsehen ins Leben gerufen und wurde später Leiter dieser sehr erfolgreichen Sparte. Meine erste 13-folgige Sendereihe widmete ich dem Thema ‚Energie, die treibende Kraft‘. Dabei verwendete ich bereits den Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ bevor der Club of Rome‘ mit seiner Initiative die Welt aufrüttelte. In fast über 2000 Sendungen als Redakteur, Autor, Moderator stand dieses Thema immer im Mittelpunkt. Auch in meinem privaten Bereich spielte es immer eine Rolle.