Meinung aktuell



14.09.2016

"Wir haben da mal was vorbereitet" WDR-Sendung zum Achtzigsten

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Liebe Freunde,

es ist nicht zu fassen, der WDR strahlt doch tatsächlich eine Sendung zu meinem 80. Geburtstag aus, und zwar am

 Freitag, 16.09.2016 um 23:30 Uhr, Wiederholung Samstag, 17.09.2016 um 13:25 Uhr

‚Wir haben da mal was vorbereitet - Jean Pütz wird 80‘

Aber wie üblich bin ich dort wieder nur der Hobbytheker, was mich eigentlich ärgert, denn das war ja ‚nur‘ ein 'trojanisches Steckenpferd', mit dem ich die Zuschauer aktivieren wollte. Dabei lag mein Hauptaugenmerk stets auf der Vermittlung von Wissenschaft und Technik, wie sie uns das Leben erleichtern könnten. Immerhin schuf ich mit diesem Konzept eine der erfolgreichsten und nachhaltigsten Fernseh-Redaktionen „Naturwissenschaft und Technik“; vom Start am 01.01.1970 bis zur Jahrtausendwende.

Natürlich muss man mit 80 Jahren viele Interviews über sich ergehen lassen. Mein Dank an DPA, Süddeutsche Zeitung, Luxemburger Wort usw. Anders verhält es sich mit den Boulevard-Blättern. Denen habe ich ein Interview mit den Worten verweigert: Mein Familienrat hat sich demokratisch dagegen entschieden. Mit der Begründung, wenn, dann sollten sie doch lieber mein berufliches Wirken im Wissenschaftsjournalismus darstellen. Ich habe ihnen sogar eine Auflistung meines beruflichen Werdegangs geschickt. Aber sie antworteten mir, Wissenschaft interessiere die Leser nicht. Und das in der heutigen Zeit, wo Wissenschaft und Technik den Alltag eines jeden bestimmen, ihn aber nicht beherrschen sollte.

Sie, liebe Freunde, können diese Auflistung im beigefügten PDF nachlesen. Damit ist klargestellt, dass ich nicht nur eine Rampensau war, sondern letztlich bemüht, gegen die Dummheit anzustinken, um die Demokratie in unserem Land zu unterstützen. Diese hat meiner Generation immerhin 70 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand beschert. Deshalb stand mein Leben unter dem Motto: Wissen darf niemals nur Herrschaftswissen sein. Wissenschaft und Technik müssen dem Menschen dienen, ihm das Leben erleichtern, und vor allen Dingen so aufbereitet werden, dass es jedermann die Möglichkeit erhält, Zugang zu den Ergebnissen zu finden.

Diese Einstellung hat mein Leben erheblich erleichtert. Ja, ich bezeichne mich sogar als Glückspilz, denn nicht nur Können halte ich mir zugute, sondern auch eine ganz gehörige Portion Glück. Das heißt vor allen Dingen, in eine Zeit hineingeboren zu sein, die es einfachen Menschen ermöglichte - wenn sie sich bemühen - zu leben wie Gott in Frankreich. Deswegen habe ich Sendungen für jedermann gemacht und dabei offensichtlich auch die richtige Sprache gefunden. Dank an den WDR, der mich als Überzeugungstäter nicht gegängelt hat. Leider gilt das für meine heutigen Kollegen nicht mehr, Gängelung steht auf der Tagesordnung. Noch viel übler geht es meinen freien Wissenschaftsjournalisten-Kollegen, die, wenn sie ihren Beruf ernst nehmen, selten auf den Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde kommen.

Mit der Hoffnung, dass unsere Demokratie nicht an der Dummheit derer Bürger scheitert (s. AFD,  Linke, radikale Islamisten usw.) die behaupten, den Menschen die Sterne vom Himmel zu holen  und alle Probleme der Welt mit einfachen Rezepten  wie z. B. Nationalismus,  Faschismus, Kommunismus, Islamismus, Terrorismus und  Fremdenfeindlichkeit. lösen zu können,

verbleibe ich Ihr immer optimistischer

Jean Pütz - noch 79 Jahre alt.

PS Gegen den Populismus: „Vernunftbegabte Menschen aller Länder vereinigt Euch“

Jean Pütz – Mein Werdegang

Die Demokratie ist für mich nicht nur in der Politik maßgebend, sondern auch in meiner Familie. Gestern hat der Familienrat mit Frau und allen Kinder zusammengesessen und sie haben mich inständig gebeten, wenn irgend möglich die Familie aus dem ganzen Glückwunschgedusel herauszuhalten.

In der Boulevard-Presse werde ich häufig nur auf mein Privatleben reduziert, obwohl ich niemals persönlich auf die Kollegen zugegangen bin. Für mich ist das ein Rätsel, weil ich ja auch noch viel anderes zu bieten haben:

- Arbeiterkind,

- Handwerker mit Gesellenbrief als Elektromechaniker

- Maloche in einem Luxemburger Eisenhütten- und Stahlwerk

- Sonderbegabten Prüfung zum Besuch der Staatlichen Ingenieurschule in Köln (Fachhochschule)

- Abschluss: Dipl. Ing. für Nachrichtentechnik

- danach anderthalb Jahre Entwicklungsingenieur für elektromagnetische Schaltgeräte

- Externen Abitur für Sonderbegabte

- Studium: Mathematik und Physik für das höhere Lehramt an der Universität zu Köln

- Abschluss: 1. und 2. Staatsexamen

- Parallel:  Studium der empirischen  Soziologie an der Universität zu Köln

- 68er Jahre Aktivist

- Tätigkeit als Assessor bis hin zum Oberstudienrat an Berufs- und Berufsfachschulen

- Mitbegründer des ‚Republikanischen Clubs‘ in Köln als Folge der 68er Demonstrationen

- Während des Studium Vorsitzender des Rings der Politischen Hochschulgruppen der Universität zu Köln

- Parallel Journalist mit Schwerpunkt Technik und Wissenschaft

- ab 1.1.1970 leitender Redakteur der neugegründeten Redaktion Naturwissenschaft und Technik

- In 35 Jahren ca. 2500 Sendungen als Autor, Moderator, Realisator und verantwortlicher Redakteur inkl.  20 Jahre im Voraus Sendungen über digitale Technik, Satellitenfernsehen, Hobbythek, Reiz der Extreme, Bilder aus der Wissenschaft, Wissenschaftsshow - aus der später die heutige Sendereihe "Quarks & Co" hervorgegangen ist,  usw.

- Ausbildung und Einführung in die Welt des Wissenschaftsjournalismus vieler Kollegen, die später Karriere gemacht haben u. a. Ranga Yogeshwar, Dr. Norbert Lossau u.a.m.

- Mitbegründer und 13 Jahre lang 1. Vorsitzender der Wissenschaftspressekonferenz (WPK.org), die inzwischen über 300 Kollegen vertritt - heute die Instanz für Wissenschaftsjournalismus in Deutschland

- Nach der Pensionierung über 200 Sendungen im ZDF, Teilnahme auf Einladung vieler Sender der Fernsehlandschaft u. a. Gewinn des "Promi Dinners" bei VOX

- Entwicklung und Moderation der "Pützmunter-Show", ein physikalisch-chemisches Kabarett mit unzähligen Experimenten zum Begreifen und Anfassen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit hunderten Veranstaltungen in Deutschland, Schweiz, Luxemburg und sogar in Schweden

- Vor 12 Jahren Entwicklung einer vielbesuchten Homepage: ww.jean-puetz.net  mit mittlerweile über 30.000 auf Glaubhaftigkeit handverlesen Berichten über Wissenschaft und Forschung einschl. Medizin

- Seit einem halben Jahr Facebook-Aktivist, um der Politik die Leviten zu lesen

- Unzählige Preise und kürzlich Verleihung des "Goldenen Narren" der Rheinischen Karnevalsgesellschaft. Seitdem Übernahme auf das Recht, ungestraft Hofnarr zu spielen

- Autor Initiator, Herausgeber von ca. 70 fachbezogenen und allgemeinen Informationsbüchern, zuletzt über das "Kölsch" als göttliches Getränk, um meinem Vater, der Kölsch-Bierbrauer war, ein Denkmal zu setzen.