Hobbythek - Volle Kanne - TechniThek


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343   Augenblick 'mal ! Besser sehen

Vorwort 
 
Das Auge - Optisches Wunderwerk 
 
Lebenselixier Licht 
 
Volle Tönung – Sonnenbrillen 
 
Sehtests à la hobbythek 
 
Sehtraining 'mal anders: optische Täuschungen 
 
Sehübungen für beanspruchte Augen 
 
Sehen mit allen Sinnen 
 
Augenschutz im Alltag 
 
Heilsames für den Durchblick 
 
Besser Sehen mit entspanntem Nacken 
 
Wellness für schöne Augen 
 
Wohltuende Massage 
 
Heilkräuter und Kompressen 
 
Impressum


Vorwort

Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,

frei fliegen wie ein Adler im Wind. Sicher haben auch Sie schon einmal davon geträumt. Aber die Könige der Lüfte sind uns Menschen noch in einer weiteren Eigenschaft weit überlegen. Greifvögel verfügen über eine vielfach höhere Sehschärfe. Ein kleines Objekt, zum Beispiel eine Taube, die ein Mensch aus 100 Metern gerade noch erkennen könnte, sieht ein Wanderfalke bereits aus 800 Metern Entfernung.
   
Aber wir Menschen kommen mit den Fähigkeiten unserer Augen gut zurecht, vorausgesetzt sie machen keine Probleme! Die können wir nicht gebrauchen, da über 80 Prozent aller Eindrücke aus der Umwelt über das Sehen aufgenommen werden. Überhaupt leben wir in einer Zeit, die als das ‚Jahrhundert der Optik' bezeichnet werden soll. Die aufregendsten Erfindungen werden im Bereich der bildgebenden Verfahren gemacht. Unsere Sehkraft wird also permanent gefordert, ohne dass wir uns um ihre Gesunderhaltung kümmern. Es verwundert nicht, dass überlastete, müde oder trockene Augen heute die Regel sind. Hinzu kommen rund 40 Millionen Bundesbürger, die aufgrund von Fehlsichtigkeiten auf eine Brille oder Kontaktlinsen angewiesen sind. Aber Sehhilfen überbrücken nur das Problem und täuschen perfektes Sehen vor. Dabei gibt es wissenschaftlich untersuchte Methoden, besser und vor allem ‚richtiger' zu sehen – was gerade am Arbeitsplatz so wichtig sein sollte wie Zähneputzen am Abend.

Uns hat bei der Vorbereitung der Sendung besonders überrascht, dass Experten nicht nur von über-forderten Augen, sondern gleichzeitig auch von unter-forderter Sehkraft sprechen. Aber es ist nachvollziehbar: wann üben wir schon 3-dimensional zu sehen und wie oft wechseln wir mit dem Blick zwischen Nähe und Ferne? Bei Kindern, die zu lange auf den Bildschirm starren, macht sich dieses Defizit leider besonders bemerkbar. Auch beim Lernen!

Was sie selbst für den entspannten Durchblick tun können und wie spannend ‚richtiges' Sehen sein kann, das stellen wir Ihnen auf den nächsten Seiten vor!

In diesem Sinne: Augen auf und zugeschaut !

Ihre Sabine Fricke und Jean Pütz



Das Auge - Optisches Wunderwerk
 
Unser Auge ist eines der kleinsten Organe. Es ist von annähernd kugeliger Gestalt, im Mittel 23,5 Millimeter lang und nur wenige Gramm schwer.

Das Auge wird durch elastische Bänder und Fettpolster in seiner Lage gehalten und durch sechs verschiedene Muskeln in der Augenhöhle bewegt.

Das Zusammenspiel von Hornhaut, Pupille und Linse erzeugt ein scharfes Bild der Umwelt auf der Netzhaut. Beim normalen Auge wird diese Scharfstellung durch eine automatische Verformung der Augenlinse erreicht.

Die Brechkraft des Auges, die für das Scharfsehen ausschlaggebend ist, wird in Dioptrien (dpt) angegeben. Ein gesundes Auge weist 57 bis 60 dpt auf.


Normal- oder Fehlsichtig ?
   
Beim Normalsichtigen treffen sich beim entspannten Auge aus der Ferne parallel einfallende Lichtstrahlen genau auf der Netzhautmitte. Auch nähere Objekte, können von einem gesunden Auge durch unbewusste Verformung der Linse (Akkommodation) scharf abgebildet werden.

Bei einer Weitsichtigkeit (Hyperopie) werden beim entspannten Auge parallel einfallende Lichtstrahlen hinter der Netzhaut gebündelt. Das liegt am leicht verkürzten Auge. Ein Objekt, das in der Ferne liegt, wird unscharf gesehen. Durch Akkommodation der Linse kann sich der Weitsichtige bis zu einem gewissen Alter den scharfen Sinneseindruck "auf die Netzhaut zurück holen". Dies ist jedoch auf Dauer mit einer erhöhten Anstrengung verbunden. Die Korrektur erfolgt mit positiv brechenden Gläsern oder Kontaktlinsen.

Bei einer Kurzsichtigkeit (Myopie) ist das Auge zu lang. Beim entspannten Auge werden parallel einfallende Lichtstrahlen vor der Netzhaut gebündelt. Im Gegensatz zur Weitsichtigkeit kann der Betroffene seinen Sehfehler nicht durch Akkommodation ausgleichen. Auf der Netzhaut entsteht nur noch ein unscharfes, verschwommenes Bild. Die Korrektur erfolgt normalerweise mit Minusgläsern oder Kontaktlinsen.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit der Augenlinse ab, sich automatisch auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen (Alterssichtigkeit, Presbyopie). Jeder Normalsichtige benötigt etwa ab dem 45. Lebensjahr eine Lesebrille für die Tätigkeiten in der Nähe.


Vorgelagertes Gehirn: Die Netzhaut
   
Das auf die Netzhaut (Retina) projizierte Bild wird von 130 Millionen Sensoren aufgefangen und in elektrische Impulse übersetzt. Diese werden dann über Nervenbahnen weitergeleitet und anschließend im Gehirn verarbeitet. Im Sehzentrum werden die Informationen von den Augen zunächst in Farbe und Form etc. zerlegt.
 
Da gemäß den optischen Gesetzen das projizierte Bild umgedreht und seitenverkehrt dargestellt wird, muss unser Gehirn diesen verfälschten Seheindruck korrigieren. Die moderne Augenforschung schließt deshalb nicht aus, dass Neugeborene die Welt zunächst auf dem Kopf "sehen".

Studien aus dem Jahre 1951 belegen: Beim kontinuierlichen Tragen einer Umkehrbrille wird nach einigen Tagen das umgedreht wahrgenommene Bild vom Gehirn in die aufrechte Lage gebracht.

Durch die sogenannte ‚Blicksteuerung' wird der Bildausschnitt immer wieder ein bisschen geändert. Wir sehen in kleinen Blicksprüngen, den ‚Sakkaden', mit denen wir einen Gegenstand regelrecht abrastern bis sich ein sinnvolles Bild zusammensetzt.

Das muss so sein, denn wir können nur mit einer kleinen Stelle auf der Netzhaut – der Sehgrube oder auch ‚Fovea centralis' – wirklich scharf sehen.

Im Gegensatz dazu ist der Blinde Fleck für Licht völlig unempfindlich. Dieser befindet sich an der Eintrittsstelle des Sehnervs in die Netzhaut. Von seiner Existenz kann man sich leicht überzeugen : Legen Sie zwei Münzen im Abstand von zehn Zentimetern links und rechts vor sich auf den Tisch. Schließen Sie das linke Auge und fixieren die linke Münze. Bei einem bestimmten Abstand verschwindet die rechte Münze völlig, da ihr Bild im Auge auf den blinden Fleck fällt. Da wir mit zwei Augen ausgerüstet sind, fällt dieser "Konstruktionsfehler" nicht ins Gewicht.


Trägheit des Auges
 
Unsere Augen reagieren träge. Ein auf die Netzhaut treffender Lichtreiz wirkt noch einige Zeit nach. Erst nach ca. 0.05 Sekunden ist ein Lichtreiz soweit abgeklungen, dass eine neue Lichteinwirkung aufgenommen werden kann.

Trägheit des Auges: Ab ca. 25 Umdrehungen pro Sekunde kann das menschliche Auge die einzelnen Farbsektoren nicht mehr auflösen. Es entsteht der Eindruck einer grau-weißen Mischfarbe.

Die Augenträgheit darf nicht unbedingt als Nachteil empfunden werden, denn ohne diese Trägheit wären z.B. Kino und Fernsehen nicht möglich. Die wechselnde Bildfrequenz von mind. 25 Bildern pro Sekunde wird von den Augen als kontinuierliche Bewegung empfunden.



Lebenselixier Licht
 
Leben auf unserer Erde und vor allem das Sehvermögen wäre ohne Licht undenkbar. Das Auge lässt uns Dinge und Vorgänge wahrnehmen, die oft weit von uns entfernt sind. Das übertragende Etwas ist das Licht. Es geht von Gegenständen aus und wird vom Auge empfangen. Dieses empfindet dabei unterschiedliche Helligkeit, verschiedene Farben und mehr oder weniger scharfe Grenzlinien. Das liegt an den vielfältigen Eigenschaften des Lichtes.

Licht trifft unsere Augen mit einer sagenhaften Geschwindigkeit von 300.000 Kilometern pro Sekunde. Aber was ist eigentlich Licht? Kurioserweise gibt es aber bis heute keine exakte Vorstellung über die Beschaffenheit von Licht. Je nach Anforderung werden in der Physik zwei unterschiedliche Lichtmodelle herangezogen : Entweder das Wellen- oder das Teilchenmodell.


Licht als Welle
   
Trifft das Licht der Sonne oder einer Taschenlampe auf ein Glasprisma, tritt es als farbiges spektrales Licht heraus. In der Natur ist dieser Effekt beim Regenbogen zu beobachten. Hier übernehmen die Regentropfen die Funktion des Prismas.

Das Lichtspektrum kommt dadurch zustande, dass das uns weiß erscheinende Licht aus einem Gemisch von bunten Lichtwellen besteht. Je nach Farbe besitzen diese Wellen unterschiedliche Wellenlängen und werden deshalb am Prisma verschieden stark abgelenkt, das heißt gebrochen. Durch diese Zerlegung treten die farbigen Wellen nicht mehr als weißes Gemisch, sondern einzeln heraus.


Licht als Teilchen
   
Andere Experimente belegen, dass Licht nicht nur als körperlose Wellen anzusehen ist, sondern auch den Charakter von kleinsten Teilchen aufweist. Albert Einstein gelang der Nachweis.

Die sogenannte ‚Lichtmühle' wird häufig als Beleg für die Existenz von Lichtteilchen, den sogenannten Photonen, eingesetzt. Bei Beleuchtung mit einer Lampe prasseln Photonen wie Kügelchen auf die Flügel. Diese drehen sich– tatsächlich aber aufgrund der erwärmten Gasmoleküle. Unter Verwendung eines Hochleistungslasers und bei einem absolut gasleeren Glaskolben würde sich die Mühle einzig und allein aufgrund des Photonendrucks drehen.

 

Die Empfindung von Licht
 
Um zu ermitteln, wie viel Licht vom Auge gerade noch festgestellt werden kann, muss man sich wenigstens 45 Minuten in der Dunkelheit aufhalten, damit sich das Auge der Dunkelheit anpassen kann (Adaption). Die Pupille bzw. Iris hat sich dann möglichst weit geöffnet.

Aus unterschiedlichen Messungen konnte ermittelt werden, dass lediglich fünf  Photonen ausreichen, um unsere Netzhaut zu erregen. Diese fünf Photonen müssen etwa in 0.001 Sekunden an der gleichen Stelle der Netzhaut eintreffen. Im Vergleich dazu strahlt eine gewöhnliche 2-Watt-Taschenlampe pro Sekunde etwa fünf Trillionen Photonen aus. Das ist eine 5 mit 18 Nullen.
 
Die Empfindlichkeit des Auges ist also einerseits außerordentlich hoch, andererseits sind wir ebenso in der Lage maximale Helligkeiten wie die Sonne, wahrzunehmen. Die Physiologen E.H. Weber und G.Th. Fechner haben bereits 1880 entdeckt, dass dieser riesige Empfindungsbereich nur dadurch möglich wird, weil das menschliche Auge logarithmisch empfindet. Das heißt, geringe Helligkeiten können präziser unterschieden werden, als höhere.

Wollen wir die Beleuchtung eines Zimmers doppelt so hell empfinden, muss die Anzahl der Glühbirnen keinesfalls verdoppelt, sondern verneunfacht werden!



Volle Tönung – Sonnenbrillen
  
Bei extremen Lichtverhältnissen, wie beispielsweise bei starker Reflexion am Wasser und im Schnee oder bei blendender Sonnenbestrahlung ist das Tragen einer Sonnenbrille unerlässlich. Sonnenschutzgläser dämpfen das Licht und schützen so vor Blendung. Außerdem werden die Augen vor den gefährlichen UV-Strahlen geschützt.

Allerdings tragen viele Menschen eine Sonnenbrille aus Gründen, die eher mit dem herrschenden Schönheitsideal oder dem jeweiligen Zeitgeist zu tun haben. Sonnenbrillen werden passend zum Outfit und sogar in der Diskothek oder beim Abendbummel getragen.

Dieser Trend kann jedoch, im wahrsten Sinne des Wortes "ins Auge gehen". Durch das ständige Abdunkeln der Augen kann die Reaktionsfähigkeit der Pupille herabgesetzt werden. Der natürliche Schutzmechanismus des Auges gegen helles Licht kann dadurch erheblich geschwächt werden. Also bitte nicht übertreiben.

Nach wie vor gibt es jedoch keine sichere Kennzeichnung für wirksamen UV-Schutz. Prüfzeichen wie ‚CE' oder ‚UV-400' werden nicht von unabhängigen Prüfinstituten, sondern vom Hersteller selbst vergeben. Sie sind also nur bedingt verlässlich.

Verbraucherschützer und der Zentralverband der Augenoptiker raten zu Sonnenbrillen namhafter, aber nicht immer überteuerten, Hersteller. Diese gewährleisten mit höherer Wahrscheinlichkeit einen ausreichenden UV-Schutz, als No-Name-Produkte.

Übrigens, vielen Allergikern verschafft das Tragen einer Sonnenbrille während des Pollenfluges Linderung. Die verstärkt lichtempfindlichen Augen werden geschützt und viele Pollen zurückgehalten.


 
Kriterien beim Kauf einer Sonnenbrille:
 
- Braune und graue Gläser verfälschen Farbe am wenigsten (Verkehrsampel !). Bei allen anderen Glastönungen braucht das Auge eine gewisse Reaktionszeit, um die Farbe wieder neutralisieren zu können.
 
 
-  Hochwertige Gläser weisen keine Blasen oder Schlieren auf. Auf einen leichten Fingerdruck hin darf das Glas nicht nachgeben.
 
 
-  Wird die Brille vor einer geraden Linie hin und her bewegt, darf sich die Linie nicht verziehen und verzerren.
 
 
-  Die Gläser sollten groß genug sein, damit das Sonnenlicht nicht ungeschützt an den Rändern ins Auge einfällt.
 
 
-  Die Bügel sollten nicht so breit sein, dass z.B. beim Autofahren das seitliche Gesichtsfeld eingeschränkt wird.



Sehtests à la hobbythek
   
Die Sehschärfe ist eine entscheidende Größe zur Beurteilung des Sehvermögens. Sie beschreibt die Fähigkeit der Augen, zwei räumlich getrennte Punkte gesondert wahrzunehmen. Unter guten Lichtverhältnissen kann ein normalsichtiges Auge in einem Abstand von fünf Metern zwei Punkte unterscheiden, die 1.5 Millimeter voneinander entfernt sind.

Um die Sehschärfe zu testen, werden meist genormte Buchstaben oder Ziffern verwendet, die in unterschiedlicher Größe aus einer bestimmten Entfernung noch gelesen werden sollen. Die verwendeten Sehprobentafeln haben im übrigen eine lange wissenschaftliche Tradition und gehen auf den Niederländer Dr. Herman Snellen (1862) zurück.

Unseren Online-Check sollten Sie regelmäßig durchführen. Er ist so konzipiert, dass er unabhängig von Größe und Auflösung des Monitors funktioniert. Außerdem sorgt ein Zufallsgenerator stets für unterschiedliche Tafeln.


 
interner Link
 
  Zum Sehtest
 


Natürlich ersetzt unser Sehtest keine augenärztliche Untersuchung. Gesichtsfeldausfälle, Erhöhungen des Augeninnendrucks oder andere ernsthafte Augenerkrankungen bleiben sonst unerkannt. Es handelt sich eher um einen Grobtest, der Auskunft gibt, ob möglicherweise eine Sehhilfe notwendig ist. Aber auch Brillenträger können auf diese Weise prüfen, ob ihre Sehhilfe noch ausreicht.

 
externe Links
 
  Virtuelle Brillenanprobe
 
  Erste Hilfe für die Augen

Seh-Check einmal anders: Die Lochbrille ht
   
 
Eine relativ gute Einschätzung der Sehschärfe lässt sich mit der hobbythek-Lochbrille erzielen. Das Faszinierende daran ist, dass nahezu alle "Augen", ob nun normal- oder fehlsichtig, beim Blick durch diese Brille scharf sehen können. Das gilt sowohl für die Fernsicht, als auch für extrem augennahe Objekte. Eine anstrengende Akkommodation der Linse ist praktisch nicht erforderlich.

Der Effekt kommt daher, dass die vielen kleinen Löcher die einfallenden Lichtstrahlen enger bündeln und diese folglich nicht so stark streuen. Auf der Netzhaut entsteht ein scharfes Bild, allerdings auf Kosten der Helligkeit.


 
Material
 
  Pappe DIN A5 (Fotokarton)
 
 
  Stopfnadel 1 mm dick
 
 
  Gummischnur, circa 50 cm
   
 
Die Konturen einer beliebigen Brille mit einem Stift auf die Pappe übertragen und anschließend ausschneiden. Aus Stabilitätsgründen sollten der Steg und die Bügel großzügig bemessen sein. Die "Brillengläser" mit der Stopfnadel gleichmäßig durchstehen. Dabei sollte der Abstand der Löcher zueinander circa 5 mm betragen. An beiden Brillenseiten die Schnur verknoten.

Führen Sie den Sehtest mit der Lochbrille ht bei hellem Tageslicht durch: Sollten Sie mit Lochbrille besser sehen als ohne, könnte eine Fehlsichtigkeit vorliegen.
   
Wahre Wunderdinge versprechen die Hersteller von professionellen Rasterbrillen – von der verbesserten Sehschärfe über beweglichere Augen bis zum positiven Einfluss auf grünen und grauen Star.
Augenmediziner bezweifeln einen therapeutischen Effekt und warnen ausdrücklich davor, die Rasterbrille zum Beispiel im Straßenverkehr einzusetzen. Die Augen müssen durch das dunkle Gitter der Brille beim Sehen ständig von einem Loch zum anderen wandern. Dadurch sieht das Auge zwischen diesen Sprüngen immer schwarz und verschmilzt diese Sinneseindrücke zu Grau. Dadurch entsteht eine Kontrastminderung. Die Sehschärfe der Augen kann deutlich sinken.

Den "Loch-Effekt" macht man sich auch in der Fotografie zunutze. Mit der Blendenfunktion nimmt der Fotograf Einfluss auf die Schärfentiefe der Fotos. Der dadurch entstehende Helligkeitsverlust wird durch eine entsprechend längere Verschlusszeit kompensiert.

externe Links
 
  Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.
 
  Zentralverband der Augenoptiker (ZVA)
 
  Augenübungen
 
 
  Arbeitskreis Gesundes Sehen




Sehtraining 'mal anders: optische Täuschungen
   
Beim Betrachten von optischen Täuschungen widersprechen die uns bekannten Gegebenheiten dem ‚Gesehenen' : Wir sehen Dinge, Formen und Farben, die nicht wirklich so sind, wie wir es auf den ersten Blick annehmen. Es kommt zu Fehldeutungen.

Der niederländische Künstler M.C. Escher (1898-1972) entdeckte, dass man das Gehirn mit falschen Perspektiven verwirren kann. Beim Betrachten seiner unmöglichen Gebäude ‚verzweifelt' das Auge. Einer der Gründe : Escher hält sich nicht an die sogenannte Fluchtpunktperspektive. Die Kanäle verjüngen sich nicht nach hinten, sondern haben vorne wie hinten die gleiche Breite. Das Wasser fließt gewissermaßen nach hinten und ‚bleibt' dennoch vorne !

Optische Täuschungen stellen für die Augen und das Gehirn beeindruckende und faszinierende Reize dar. Der Anblick der Illusionsbilder fordert und trainiert die Wahrnehmungsfähigkeit.

Nur ein gefordertes Gehirn, das immer wieder neuen Reizen ausgesetzt wird, auf die es reagieren muss, bleibt agil und leistungsfähig. Und das ist wiederum förderlich für die Sehfähigkeit. Gleiches gilt übrigens auch für die verschiedensten Rätsel und Denksportaufgaben.

Eine Vielzahl von magischen Illusionen nutzt die Trägheit der Augen aus. Beim ‚verzweifelten' Versuch, die Zaubertricks zu enträtseln wird aber auch in gewisser Weise das Gehirn trainiert. Wittus Witt, der Haus- und Hofmagier der hobbythek, hat uns ein paar einfache Kartentricks verraten:


So finden Sie zwei gezogene Karten
   
Sie teilen das Spiel in zwei Hälften, wovon die eine die geraden Karten 2, 4, 6, 8, 10, Bube und König, die andere die ungeraden 3, 5, 7, 9, Dame und As enthält. Sie trennen die beiden Teile durch den kleinen Finger ab und lassen aus jedem Teil eine Karte ziehen. Dann reichen Sie den betreffenden Zuschauern jenen Teil, aus dem sie nicht gezogen hatten, und bitten sie, die Karten gut einzumischen. Das Auffinden ist leicht, da sich die gezogene gerade Karte nunmehr in dem Teil der ungeraden und umgekehrt befindet.


 
Die obersten Karten des Spiels nennen
 

Sie mischen das Spiel gut durch, lassen abheben und nennen sofort die Namen der beiden obersten Karten.
Sie sehen sich das unterste Blatt an und mischen es nach oben. Sagen wir, es wäre Herz-5. Sie nennen nun Herz-5 als den Namen der ersten Karte, ergreifen jedoch die andere, die Sie sich ansehen. Dabei nicken Sie zustimmend mit dem Kopf und nennen dann den Namen d e r Karte, die Sie eben abgehoben haben. Da Sie dann richtig die beiden Karten vorzeigen, die Sie genannt haben, wird die Sache Ihren Zuschauern ein Rätsel bleiben.

 
 
3 Kartenhäufchen
 

Während Ihrer Abwesenheit werden drei Kartenhäufchen gebildet, die eine gleiche, Ihnen unbekannte Anzahl von Karten enthalten sollen.

Von den beiden Seiten werden je drei Karten auf das Mittelhäufchen gebracht, dann sollen die Karten des linken Häufchens gezählt und aus dem mittleren Häufchen so viele weggenommen werden, als nötig ist, das Seitenhäufchen auf die doppelte Anzahl zu bringen. Sie sind stets in der Lage, sofort die Anzahl der Karten zu nennen, die das Mittelhäufchen enthält. Sie können sogar die Zahl vor Beginn des Experiments auf einen Zettel aufschreiben, da die Zahl immer neun sein wird.


Sehübungen für beanspruchte Augen
   
Der Augenarzt Dr. William Bates (1860-1931) hat als Erster die Wirkung von gezielten Augenübungen auf die Sehkraft untersucht. Er stellte fest, dass regelmäßiges Training von unterschiedlichen Seh-Fähigkeiten - wie die Fusion beider Augen oder das Scharfstellen auf nahe bzw. ferne Objekte - erworbene Sehfehler bessern und zum Teil sogar ‚heilen' kann.

Nach dem Motto ‚Ich sehe nur, was ich sehen will' gehört nach seiner Ansicht die Lösung psychischer Konflikte als Ursachen für schlechtes Sehen mit zur Behandlung. Seine Methode des ‚ganzheitlichen Sehens' wurde bis heute von verschiedenen Sehtrainern ständig weiterentwickelt. Ob ein Sehfehler - beispielsweise Kurzsichtigkeit - regelrecht ‚weg-trainiert' werden kann, ist eine viel diskutierte und umstrittene Behauptung. Der Bundesverband Deutscher Augenärzte widerspricht heftig. Sehlehrer hingegen verweisen auf die Erfolge ihrer Klienten. Egal welche Seite im Recht ist, bei den heutigen Ansprüchen an unsere Sehkraft – allein 60 Prozent aller Erwerbstätigen haben ihren Arbeitsplatz am Bildschirm – ist Augen-Hygiene nötig und sinnvoll. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass regelmäßige Pausen für die Augen einen guten Schutz für unsere Sehkraft darstellen. Und hierzu eignen sich Augenübungen bewiesenermaßen hervorragend.


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Sehen mit allen Sinnen

50 bis 60 Prozent der Hirnrinde sind aktiv, wenn optische Eindrücke  verarbeitet werden. Das zentrale Nervensystem koordiniert Informationen, die das Auge liefert, mit denen anderer Sinne.

Der Gleichgewichtssinn meldet: Achtung Achterbahn im Oberkörper. In den Ohren rauscht das Blut, das schießt in den Kopf. Die Geräusche kommen aus einer anderen Richtung, was die Orientierung erschwert. Trotzdem muss der Arm zielgenau ausgestreckt werden, z.B. um die Schuhe zu putzen. Die Sensoren des  Tastsinns sind jetzt angesprochen. Alles das muss koordiniert werden.

Das Gehirn lernt während der Entwicklung in der Kindheit aufregende ‚Augen-blicke' zu meistern. Die Informationen durch Tasten, Hören, Riechen, Gleichgewicht etc. werden mit den Seheindrücken sinnvoll abgeglichen. Fachleute nennen das ‚sensomotorische Integration'. Diese Fähigkeit lässt sich aber nur erlernen, wenn genügend ‚Futter' für die Sinne bereitsteht. Erst durch das Erleben reifen die geforderten Nervenbahnen nach und nach aus und das Gehirn formiert sich.

Kinder, die beispielsweise in Babywippen oder Lauflernhilfen ‚geparkt' werden, machen zu wenig und sogar falsche Erfahrungen mit den noch unreifen Sinnen.

In der Babywippe z. B. ist der Blickwinkel im Verhältnis zur Körperhaltung anders als im horizontalen Liegen. Es verknüpft die Erfahrung "ich liege" mit der Information" "Ich sehe nach vorn". Die unreifen Sinne werden also falsch geschult.

In der Zeit, wo das Kind in der Wippe liegt ist es zwar womöglich ruhiger – es sieht ja auch mehr als normal–, aber es fehlt die eigenständige Bewegung im Raum. Frühe Raumerfahrungen durch Krabbeln und Laufen sind nach heutiger Erkenntnis die Basis für räumliches Denken, zum Beispiel in Mathematik.
 
Gleiches passiert beim Einsatz von Lauflernhilfen. Sie verhindern, dass das Kind sein natürliches Gleichgewicht beim Stehen und Gehen immer wieder selbst ausbalanciert. Dazu tragen die Augen einen Hauptteil bei! Probieren Sie mal selbst:

   
Stellen Sie sich aufrecht auf ein Bein. Eine Notstütze kann selbstverständlich griffbereit sein... Wenn Sie gut und sicher stehen, schließen Sie bitte beide Augen. Was passiert mit dem sicheren Gleichgewicht? Die meisten Menschen beginnen zu wackeln und das ist völlig normal! - Vorausgesetzt sie schwanken nicht nur in eine Richtung - Denn unser Gleichgewicht braucht neben anderen Sinnesinformationen insbesondere Daten über das, was wir sehen, um funktionieren zu können.

Auch größere Kinder müssen ihre Sinne trainieren und die Koordination lernen. Zum Beispiel die feinmotorische Bewegungen der Hand mit den optischen, dreidimensionalen Informationen der Augen zu verbinden.

Diese ‚Auge/Hand-Koordination' braucht man beispielsweise, um einen Schlüssel ins Schlüsselloch zu stecken oder Perlen aufzufädeln. Wer aber bewegungslos auf den Bildschirm von Computer, Fernseher oder auf die Schultafel starrt, verhindert das natürliche Ausreifen dieser Fähigkeiten. Das Auge starrt auf eine eingeschränkte, flimmernde Fläche und die Hand liegt apathisch auf der Maustaste.

Die Förderung der natürlichen Entwicklung unserer Sinne ist nicht so schwierig wie es den Anschein hat! Denn oft sind die ‚alten' Kinderspiele weit entfernt von Kinder-kram, sondern auch nach neuesten Erkenntnissen sehr wirkungsvoll:


Kinder lieben es, durch Schaukeln, Wippen, Drehen oder Balancieren ihr Gleichgewicht zu trainieren. Das macht natürlich Spaß. Zugleich übt es aber optimal, die einzelnen Sinneseindrücke blitzschnell zu koordinieren. Besonders wichtig ist diese Fähigkeit in brenzligen Situationen, wo man nur noch reflexartig reagieren kann. Dann müssen die Sinne gut miteinander arbeiten können.

Zum Beispiel im Straßenverkehr: Experten sagen, dass ein Kind erst ab 9 Jahren wirklich in der Lage ist, eine Situation im Verkehr schnell und sicher zu erfassen und dann auch noch entsprechend zu reagieren. Dieses Reaktionsvermögen muß natürlich ausreichend geübt worden sein. Denn nur durch wiederholtes Erleben von Bewegungen, wo alle Sinne aufeinander abgestimmt werden müssen, erhält das Gehirn den Impuls weiter zu reifen. Das Schaukeln ist eine davon! Nicht umsonst sind Schaukeln aus der Therapie von schwer Behinderten, aber auch von Kindern mit Wahrnehmungsstörungen nicht mehr wegzudenken.

Machen Sie doch einen Selbstversuch und schaukeln mal wieder! Achten Sie darauf, wie sich der Blick verändert. Der Blick wird weicher und es fällt enorm schwer, einen bestimmten Punkt zu fixieren. Wenn Sie es doch versuchen, stellt sich durch die rhythmische Schaukelbewegung – auch der Sehbilder - eine Art Hypnose ein. Mit dem Erfolg, dass sie immer ruhiger werden. Also, das schaukelnde Sehen ist das genaue Gegenteil zum starrenden Sehen und eignet sich deshalb hervorragend als Ausgleich für anstrengende Stunden vor dem Computer, Game boy oder Fernseher.

Im Handel sind die unterschiedlichsten Modelle erhältlich: Vom Schaukelstuhl über den frei schwingenden Sitzstuhl bis zu großen Trichtern oder Balancierscheiben. Leider müssen Sie meist viel Geld dafür bezahlen. Es geht aber mit Sicherheit billiger, wenn Sie selbst aktiv werden. Zum Beispiel so:
Nehmen Sie ein großes Brett und legen es auf dem Rasen über eine rutschfeste Rolle. Die Anti-Rutsch-Folien gibt es im Baumarkt. Dann kann man mit zwei Beinen wippen oder von einer Seite zur anderen gehen - bis das Brett irgendwann kippt. Sie können die rutschfesten Auflagen auch auf einen halbierten Baumstamm kleben und haben wieder ein neues Balanciergerät für die Kinder. Wer viel Zeit und Geschick hat, kann den Baumstamm auch aushöhlen und innen glatt schleifen. Machen Sie am besten an den Kanten noch Aussparungen zum Festhalten. Dann haben Sie eine Wiege zum seitwärts Schaukeln gebaut.


interner Link
 
  hobbythek-Universalwippe
 

Es gibt aber auch zahlreiche, einfache Spiele, mit denen die sogenannte ‚visomotorische Koordination' unbemerkt trainiert wird. Prominente Beispiele sind Ball spielen und Seilchen springen. Nach neuen Erkenntnissen haben viele Kinder schon Probleme, wenn sie bloß einen Ball auffangen sollen. Für Fachleute ist das ein sicheres Signal, dass wir mehr mit unseren Kinder toben und spielen sollten – gerade auch zur Förderung der Sehkraft.

 
externe Links
 
  Neue Lernmethoden im Projekt Mathe 2000, Universität Dortmund
 
 
  Freiburger Blicklabor
 
 
  Das BlickMobil
 
 
  Verein zur Förderung von wahrnehmungsgestörten Kindern




Sehenden Auges Zahlen und Buchstaben begreifen
   
Aus der aktiven Förderung in Schule und Kindergarten gibt es auch noch andere – sogar sehr lustige – Möglichkeiten, das Sehen und Begreifen spielerisch zu fördern. Einiges davon können Sie gut zu Hause ausprobieren, am besten mit mehreren Kindern:


Stille Post

Alle Kinder sitzen in einer Reihe hintereinander. Vor dem vordersten Kind steht eine Schale mit Sand. Das hinterste Kind fängt nun an eine Zahl oder einen Buchstaben auf den Rücken das Kindes vor ihm zu schreiben. Das wiederum schreibt was es "erfühlt" hat auf den Rücken desjenigen, der vor ihm sitzt usw.. Das erste Kind malt schließlich die Zahl oder den Buchstaben in den Sand und das letzte Kind der Reihe sagt, ob das richtige angekommen ist. Sinn ist nicht die Leistung, sondern sensibel Form und Lage der Zahlen und Buchstaben wahrzunehmen zu lernen.


Erbsen zählen
 
Eine unbekannte Anzahl Erbsen  - oder auch Murmeln - werden in ein kleines, verschließbares Döschen getan. Alle Mitspieler dürfen nun mit Sehen, Schütteln, Schieben, Horchen, Kullernlassen, usw. raten, wie viele Erbsen in der Dose sind.

Wenn alle einmal dran waren, wird die Dose geöffnet, um zu zählen. Ziel dieser Übung ist es, einen spielerischen Zugang über Sehen und Hören zu abstrakten Mengen zu finden.

 

Mit Rasierschaum schreiben
 
Auf einer großen, abwaschbaren Fläche – zum Beispiel ein dicken Malerfolie - werden mit Rasierschaum Buchstaben, Wörter oder Zahlen geschrieben. So können Kinder mit großen Bewegungen des ganzen Körpers die Formen nachvollziehen und im weichen Schaum sogar ertasten.


Augen und Computer
   
Nicht nur auf Fernsehmonitore schauen viele von uns oft und lange, sondern auch auf Computerbildschirme. Diese Arbeit ist für unsere Augen kein Vergnügen. Fast die Hälfte aller Bildschirmarbeiter klagen über müde, brennende oder geschwächte Augen. Man spricht dabei auch vom "Computer-Vision-Syndrom". Dafür gibt es verschiedene Ursachen.

Besonders die Arbeit am Röhren-Monitor kann zu Augenbeschwerden führen. Beim klassischen Röhrenbildschirm wird das Bild in einer Kathodenstrahlröhre durch mehrere Elektronenstrahlen erzeugt, die Zeile für Zeile auf phosphorisierende Rasterpunkte auftreffen und diese zum Leuchten bringen.

Das Lesen ist ein aktiver Vorgang, bei dem das Auge unbewusst ständig zwischen sogenannten Fixationspunkten hin und herspringt. Durch das flimmernde Bild auf dem Röhrenmonitor findet das Auge jedoch keine ausreichend festen Anhaltspunkte. Die unbewusste Augenbewegung ist deshalb deutlich reduziert und der Mensch fängt an zu "starren". Diese dämpfende Wirkung auf das Sehverhalten führt mit der Zeit zu einer Erschlaffung der Augenmuskulatur.

Abhilfe bieten hier Bildschirme mit einer Bildwiederholfrequenz von mindestens 70 Hertz. Das Bildschirmflimmern ist bei diesen Geräten deutlich reduziert.

Optimal, aber noch vergleichsweise teuer, sind die sogenannten Flachbildschirme. Bei diesen LCD oder Flüssigkristallbildschirmen wird polarisiertes Licht (Lichtwellen, die nur in einer Ebene verlaufen) durch eine Schicht aus Flüssigkristallen geleitet. An einem Bildpunkt wird je nach elektrischer Aufladung Licht hindurch gelassen. Dabei entsteht ein geschlosseneres Bild auf dem Bildschirm, und deshalb liegen die Bewegungen der Augen deutlich über denen der Röhrenmonitore. Diese Bildschirme geben außerdem keine elektromagnetische Strahlung ab.

Auch die besten Bildschirme ändern nichts daran, dass lange Sitzungen am Computer ungewohnten Stress für die Augen verursachen. Nach Ansicht von Augenmedizinern ist das Starren für die Augen zwar sehr belastend, es kann allerdings nicht zu bleibenden Augenschäden führen. Bei Kindern kann jedoch zu viel Fernsehen ein Nachspiel haben. Denn ihr Sehsystem befindet sich noch in der Entwicklung. Das Deutsche Grüne Kreuz warnt, dass die Sehkraft bei Kindern – bedingt durch einen gesteigerten Fernsehkonsum – sich allgemein verschlechtert.


Schutz für die Sehkraft:
 
Das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München hat im Auftrag des Forschungsministeriums verschiedene Maßnahmen untersucht, die Sehproblemen am Arbeitsplatz vorbeugen sollen. Trainiert wurden visuelle Fähigkeiten des Auges, die durch einseitiges Sehen – wie am Bildschirm – einfach verkümmern. Das betrifft zum Beispiel das Ausnutzen des gesamten Blickfeldes, das dynamische Sehen – im Gegensatz zum Starren auf einen Punkt – und die Flexibilität zwischen Nah und Fern zu wechseln. Außerdem gehörten Übungen zur Lockerung des Nackens und auch die kurze Selbstmassage der Akupressur-Punkte zum Programm. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die üblichen Kaffee-Pausen keinen positiven Effekt auf die Augen hatten. Erst durch die gezielte Förderung der verkümmerten Sehfähigkeiten und wenn der Körper bewusst auch ent-spannt wird, kann die Sehleistung geschützt werden. Ein erfreulicher Nebeneffekt dieses Trainings: auch die Motivation der Arbeitnehmer ließ sich durch die Sehschulung verbessern!



Den Arbeitsplatz augenfreundlich gestalten

Augenprobleme entstehen häufig, wenn der Bildschirm-Arbeitsplatz nicht nach ergonomischen Gesichtspunkten eingerichtet ist. Hier ein paar Tipps für einen gut gestalteten Arbeitsplatz und augenfreundlichen Alltag:

Helligkeit und Kontrast müssen so eingestellt sein, dass die Zeichen scharf und deutlich sind.

Der Bildschirm sollte mindestens 50 bis 60 Zentimeter vom Auge entfernt sein. Auf den Monitor sollte man mit leicht nach unten geneigtem Kopf blicken

Der Arbeitsplatz sollte gleichmäßig ausgeleuchtet sein. Lichtreflexe auf dem Monitor und Blendung durch Fenster möglichst vermeiden. Vorlage, Raum und Monitor sollten etwa gleich hell sein. Sogenannte Bildschirmfilter werden dadurch überflüssig.

Im Arbeitsraum sollte eine ausreichende Luftfeuchtigkeit von etwa 60 bis 65 Prozent herrschen. Mit einem Hygrometer können die Werte überprüft werden. Pflanzen und Wasserverdunster sind für ein gesundes Raumklima sehr zu empfehlen.

Gönnen Sie Ihren Augen zwischendurch mal eine Pause und schauen Sie zum Beispiel auf Ihre Pflanzen. Auch durch gezieltes Ansprechen der anderer Sinne wie dem Tastsinn können die Augen entlastet werden.



Heilsames für den Durchblick
 
Über die Zusammenhänge zwischen Augen, dem restlichem Körper und natürlich der Seele wissen die meisten Menschen recht wenig. Bekannt ist höchstens, dass die Augen bei einer Leberentzündung dort gelb werden, wo sie normalerweise weiß sind. Aber wer denkt schon daran, dass durch ungesunde Ernährung, emotionalem Stress und mangelnder Bewegung nicht nur die Herzkranzgefäße, sondern auch die Netzhaut verkalken kann?

Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, wissen sehr gut um die Gefährdung ihrer Augen durch einen schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel. Eine der häufigsten Ursachen für Erblindung stellt die Durchblutungsstörung der Netzhaut bei Diabetes dar!

 

Wie die Augen atmen...
 
Wissenschaftler des Fachbereiches Biologie der Universität Mainz erforschen derzeit, wie unsere sauerstoffhungrigen Augen an ihren ‚Treibstoff' kommen. Denn die Netzhaut hat den höchsten Sauerstoffbedarf im Körper! Der eingeatmete Sauerstoff wird im Blut mit dem Eiweiß Hämoglobin zum Auge transportiert. Das neu entdeckte ‚Neuroglobin' übernimmt dann den Sauerstoff und bringt ihn zu den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien. Dieses Neuroglobin findet sich in der Netzhaut in hundertfach höherer Konzentration als im Gehirn. Die Netzhaut muß rund um die Uhr arbeiten, denn auch im Dunkeln laufen zahlreiche Stoffwechselvorgänge ab, die Sauerstoff benötigen. Also, je besser unsere Augen durchblutet sind, desto effektiver können sie arbeiten.


Fernöstliche Energieübungen
 
Negativer Stress schlägt auf den Magen, aber auch auf das Sehen. Das Rezept scheint einfach: Wer entspannt ist, sieht auch entspannter. In jeder ganzheitlich orientierten Klinik werden deshalb individuell passende Entspannungsverfahren angeboten und verordnet. Wenn man gezielt eine Methode erlernt, die am besten auch noch Spaß macht, fällt es leichter regelmäßig zu üben. Das ist wiederum die Voraussetzung dafür, die Entspannungspausen später in den Alltag tatsächlich auch einzubauen. Wir stellen Ihnen deshalb exemplarisch, als Anregung eine neu entdeckte, aber seit Jahrtausenden bewährte Heilmethode aus der chinesischen Medizin vor: ‚Qigong'.

Im Gegensatz zu unserer traditionellen Augenheilkunde, hat die traditionelle chinesische Medizin (TCM) solche ganzheitlichen Zusammenhänge beim Sehen längst erkannt und in ihre Therapievorschläge einbezogen. Hier gehören Ernährung und gezielte Bewegungen, das sogenannte ‚Qigong', zu den tragenden Säulen der Therapie – natürlich zusammen mit ärztlich durchgeführter Akupunktur und verordneten Heilkräutern.

Übersetzt bedeutet 'Qigong' soviel wie die Arbeit ‚gong' an der Lebensenergie ‚Qi'. Selbsthilfe wird hier als wichtiger Baustein des Gesundwerdens betrachtet! Durch gezielte Bewegungen in einer entspannten Atmosphäre werden alle Energiebahnen, in der die Lebensenergie nach chinesischer Vorstellung fließt, wieder in eine gesunde Balance zurückgeführt.

Typisch für Qigong ist die paradox erscheinende ‚Bewegung in Ruhe'. Nach unserer westlichen Auffassung sind diese Bewegungen doppelt wirksam: Sie fördern die Durchblutung des ganzen Körpers durch Muskelarbeit und zugleich aber auch durch Entspannung.

Da es zahlreiche Schulen des Qigongs gibt, haben wir eine Übungsfolge aus den klassischen ‚15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong' nach Prof. Jiao Guoroi ausgewählt, die leicht erlernbar ist und gut in den Alltag integriert werden kann. Empfohlen wird, täglich zehn Minuten zu üben. Mit jeder Übung aktivieren Sie alle Leitbahnen, so dass ein spezielles Training für die Augen unnötig ist.

Die Vorsitzende der medizinischen Gesellschaft für Qigong yangsheng PD Dr. Gisela Hildenbrandt hält ein spezielles ‚Augen-Qigong', wie es im Internet häufig angeboten wird, für wenig sinnvoll. Nach ihrer Erfahrung muss der ganze Körper gestärkt werden, gerade auch bei Augenproblemen.


Stehen wie ein Baum
 
Stehen Sie in der Grundhaltung: Die Füße sind schulterbreit geöffnet und die Knie geben leicht nach. Der Beckenboden ist fest und das Steißbein zieht senkrecht nach unten. Dabei aktivieren Sie Ihre sogenannte ‚Sitzkraft'. Der Unterkörper ist so angespannt, als ob Sie sich auf eine Tischkante setzen würden. Das festigt Ihren Stand. Gleichzeitig fühlen Sie am Kopf einen sanften Zug nach oben, der die Wirbelsäule streckt. Stellen Sie sich jetzt einen großen kraftvollen Baum vor. Spüren Sie dabei, wie sich Ihre Füße in der Erde ‚verwurzeln'. Genießen Sie den entspannten Blick über das weite Land und den Wind in Ihren Zweigen. Mit dieser Vorstellung lösen sich die Arme seitlich vom Körper und bilden einen Halbkreis - unter den Achselhöhlen hätte ein Tennisball Platz. Die Schultern sind immer noch völlig entspannt. Die Handflächen zeigen zum Körper. Atmen Sie in dieser Haltung ruhig und regelmäßig. Winzig kleine Veränderungen der Haltung sind erlaubt, wenn sie die Wohlfühlspannung verbessern. Bleiben Sie so lange in der Übung, wie es angenehm ist.


Reguliere den Atem, beruhige den Geist

Bleiben Sie in der Grundhaltung. Die Armen bilden jetzt unterhalb des Bauchnabels einen Kreis vor dem Körper. Die Handflächen zeigen nach oben und berühren sich nicht, so als ob ein Wasserball darauf liegen würde. Heben Sie die Arme in dieser kreisförmigen Haltung langsam und fließend an. Der Abstand zwischen den Händen verändert sich nicht. Die Arme steigen so lange, bis sich die Handflächen von selbst umdrehen. Dann drücken Sie in Ihrer Vorstellung den Wasserball am Körper unter Wasser. Dabei sinken die Arme bis zum Unterbauch. Zum Schluß drehen sich die Handflächen nach oben und die Bewegung beginnt von Neuem. Auch in dieser Übung bleiben die Schultern während der ganzen Zeit entspannt. Führen Sie diese Übung mindestens acht Mal ohne Unterbrechung durch. Achten Sie darauf, dass der ganze Körper dem Steigen und Sinken der Arme folgt. Die Füße bleiben aber am Boden, nur die Beine strecken und beugen sich leicht im Rhythmus der Arme. Das bringt blockiertes Qi zum Fließen.


 
Sammle das Qi

Im gleichen Stand wie in den beiden vorherigen Übungen ziehen die Arme im Bogen nach hinten. Die Hände werden auf den sogenannten ‚shenshu-Bereich' auf Höhe der Nieren gelegt. Die Finger zeigen nach unten. Massieren Sie nun mindestens vier Mal in kleinen Kreisen mit sanftem Druck. Auch hier folgt der Körper dem Steigen und Sinken der Hände durch ein leichtes Auf und Ab wie in Übung 2. Die Hände streichen nun entlang eines gedachten Gürtels vom Rücken nach vorne. Stellen Sie sich vor, dass Sie alle Energie vom Rücken zum Bauchnabel schieben bis sich die Hände unterhalb des Nabels übereinanderlegen. Hier befindet sich das ‚mittlere Dantian', einer der zentralen Qi-Speicher. Zum Abschluß kreisen Sie mit den überkreuzten Händen um den Bauchnabel. Sie zeichnen dabei eine sich öffnende Spirale entgegen dem Uhrzeigersinn, kehren die Richtung um und verkleinern die Kreise bis zum Ausgangspunkt unterhalb des Nabels. Atmen Sie dabei ruhig ein und aus, am besten zum Mittelpunkt der Spirale. Durch diese Übungsfolge stärken Sie nach chinesischer Vorstellung die ‚Qi-Kraft der Leibesmitte' und fördern so Ihr inneres Gleichgewicht.

Wenn Sie durch unsere Übungen Lust auf mehr bekommen haben, dann können Sie zum Beispiel bei der Medizinischen Gesellschaft für Qigong Yangsheng oder auch bei Ihrer Krankenkasse nachfragen.


externer Link
 
  Medizinische Gesellschaft für Qigong Yangsheng e.V.




Besser Sehen mit entspanntem Nacken
 
Untersuchungen zur Arbeit am Bildschirm zeigen, wie wichtig es auch für das entspannte Sehen ist, gerade und gelöst zu sitzen. Regelmäßig nach ein bis zwei Stunden starren auf den Monitor sollte die Muskulatur der Schultern und des Nackens kurz gelockert werden. Zum Beispiel so:

Sitzen Sie aufrecht, aber auch locker und entspannt. Die Füße stehen fest am Boden. Falten Sie nun Ihre Hände am Hinterkopf und beugen den Hals in dieser Position langsam nach vorne. Aber nur soweit, bis Sie eine wohltuende Dehnung spüren. Für ungefähr eine Minute halten und das Atmen nicht vergessen! Dann kehren Sie langsam wieder zurück.

Oder entspannen Sie mit zusammengebissenen Zähnen! Dabei nehmen Sie das Kinn leicht nach hinten, Richtung Brust und beißen fest zu. Zählen Sie in dieser Haltung bis zehn und entspannen. Ihr Büronachbar wird davon nichts bemerken und die kleinen kurzen Nackenmuskeln (Streckmuskeln an der Schädelbasis) werden wohltuend gedehnt. Sie sind übrigens bei vielen Menschen chronisch verspannt und dadurch sogar verkürzt!

Wenn der Nacken andauernd verspannt ist, kann es häufig zu Beschwerden, wie dem sogenannten ‚Spannungskopfschmerz' oder auch zu Sehstörungen kommen. Dann muß ausführlicher entspannt werden. Schmerztherapeuten empfehlen als Erste Hilfe ein altes Hausmittel: das Pfefferminzöl.

Es regt die Durchblutung stark an und nimmt die Schmerzen. Reiben sie ein paar Tropfen auf die Schultern und den Nacken, ein warmes Kirschkernkissen darüber und wirken lassen! Vergessen darf man allerdings nicht, die Hände anschließend gründlich zu waschen, denn Pfefferminzöl brennt wie Feuer, wenn es an die Augen kommt. Aus diesem Grund gibt es im Fachhandel seit einiger Zeit kleine Pfefferminz-Roller, so wie Deodorant-Roller, zu kaufen. Da kommt nichts an die Hände!

Etwas mehr Aufwand ist der folgende Tipp, aber es lohnt sich auch:



Wärmepackung ‚Tolle Rolle' für den entspannten Nacken
   
Eine Hand voll Arnika, Rosmarin und Thymian mit 1 Liter Wasser aufbrühen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Legen Sie in der Zeit ein mehrfach längs gefaltetes Küchenhandtuch – am besten aus Baumwolle – auf ein einfach längsgefaltetes Frottehandtuch ins Waschbecken.

Den fertigen, abgeseihten Aufguß über die Tücher gießen. Am heißesten ist jetzt natürlich das innere Handtuch. Nehmen Sie deshalb das äußere Frotteehandtuch und rollen es zusammen mit dem Küchenhandtuch vorsichtig ein. Anschließend wird die Flüssigkeit ausgewrungen.

Legen Sie nun das Küchenhandtuch so heiß wie möglich – natürlich ohne sich zu verbrennen! – auf den Nacken, ein trockenes Tuch und eine warme Decke noch darüber und fertig ist Ihre Wärmepackung.

Achtung: Wer unter einem zu hohen Blutdruck leidet sollte mit extremer Wärme im Kopf/Halsbereich lieber vorsichtig sein!

Die ‚tolle Rolle' ist besonders wirkungsvoll durch die verwendeten Heilkräuter, aber auch durch die feuchte Wärme. Denn nur, weil die oberste Hautschicht durch die kaum wahrnehmbare ‚Verdunstungskälte' gut temperiert ist, kann die Wärme auch in tiefere Schichten dringen. Krankengymnasten empfehlen deshalb, auch bei weniger aufwendigen Maßnahmen – beispielsweise warmen Kirschkernauflagen – ein leicht angefeuchtetes Handtuch herumzuwickeln, um diesen Effekt auszunutzen.



Wellness für schöne Augen
 
Entspannte Augen sehen nicht nur besser, sondern sie sind auch schöner und zwar unabhängig von den Falten.

Das Gegenüber beschreibt diese Augen-Schönheit dann als ‚klaren Blick' und ‚wache, offene Augen'. Aber nach einem anstrengenden Arbeitstag fühlen sich die Augen meist gänzlich anders an: sie sind angestrengt, müde und manchmal brennen sie auch. Kein Wunder, denn wir leben in einer Gesellschaft, die auf optische Reize ausgerichtet ist. Unsere Augen leisten täglich bei der Verarbeitung dieser Eindrücke Schwerstarbeit. Hinzu kommen Umwelteinflüsse wie Klimaanlagen, Zigarettenrauch oder ausdünstende Schadstoffe, die sich auch auf die Augen – genauer gesagt auf die Bindehäute – negativ auswirken. Wer dann abends ‚zum Ausgleich' den Fernseher anschaltet und auf dem Sofa lümmelt, tut sich nichts wirklich Gutes. Besser ist es, immer wieder mal richtig abzuschalten und den Augen eine verschönende Auszeit zu gönnen! Oft macht man instinktiv schon das Richtige und reibt sich Augen und gähnt. Aber Sie können noch mehr tun: Massage und Kräuterauflagen sind hausgemachte Wellness für Ihre Augen.



Wohltuende Massage
 
Die Haut rund um die Augen ist besonders dünn und empfindlich. Sie nimmt jedes Ziehen Zerren übel. Eine Massage der Augenpartie wird deshalb im wahrsten Sinn mit ‚Fingerspitzengefühl' durchgeführt. Reine Öle wie Avocado- oder Mandelöl lassen die Finger auf der Haut sanft gleiten und vermeiden so unsichtbare Mikrorisse. Gleiches gilt für die Augencreme: Kosmetikerinnen raten übrigens dazu, sie nur durch zartes Tupfen und Klopfen in die Haut einzumassieren.

Kakaobutter eignet sich für die Massage der empfindlichen Augenpartie besonders gut. Nehmen Sie ein haselnussgroßes Stück und lassen es in den warmen Händen schmelzen. Anschließend werden die Finger mit der geschmolzenen Kakaobutter gut eingeölt und die Massage kann beginnen.


Massage ‚Adlerflug'
   
Zu Beginn jeder Massage bereiten Sie Ihre Hände vor, indem Sie sie schnell aneinander reiben bis ein Gefühl von pulsierender Wärme entsteht. Dann wird das Öl in den Händen verteilt und ein massiert. Die Finger sind ölig, aber tropfen nicht. Fangen Sie an den Nasenflügeln an und streichen mit sanftem Druck über die Wangenknochen bis zu den Schläfen – von innen nach außen also. Dann kehren Sie - von außen nach innen - unterhalb der Augenbrauen über die Nasenwurzel bis zu den Nasenflügeln zurück. Kreisen Sie auf diese Weise ein paar Mal wie ein Adler um Ihre Augen.

Sehr angenehm sind auch kleinere Kreise auf einem Punkt, beispielsweise an den Schläfen oder über der Nase zwischen den Augenbrauen.

Eine solche Öl- oder Kakaobuttermassage eignet sich am besten für die Zeit vor dem Schlafengehen. Frauen haben sich dann schon abgeschminkt und Männer müssen sich auch nicht mehr präsentieren. Wer die Augen aber zwischendurch im Verlauf des Tages massieren möchte, kann die Klopfmassage als fettfreie Alternative ausprobieren. Dabei klopfen Sie mit entspannten Fingerspitzen um Ihre Augen, ebenfalls in einem großen Kreis. Die Stirn freut sich übrigens auch, wenn sie mit beklopft wird. Zum krönenden Abschluß können Sie mit allen zehn Fingern über die Stirn in den Haaransatz bis zum Nacken streichen, wie ein grober Kamm. Ein bißchen mehr Druck als im Gesicht ist bei diesem entspannenden, aber äußerst ‚coolen Griff' angenehm.

Eine einfache, aber wirksame Methode, die Augen zu entspannen, ist das Auflegen von Augenkissen. Diese erwärmen sich mit der Körperwärme und wirken entspannend auf die Augen.

Die Kissen lassen sich leicht selbst herstellen. Nähen Sie dafür eine Kissenhülle aus Samt oder Seide (ca. 10 X 20 cm) und füllen Sie diese mit Hirseschalen.



Heilkräuter und Kompressen
   
Probleme mit den Augen haben die unterschiedlichsten Ursachen. Wer zum Beispiel von Allergien geplagt ist, muss meist auch mit brennenden, juckenden Augen kämpfen. In der Schulmedizin werden dann verschiedene Augentropfen mit gefäßverengenden Wirkstoffen bis zu kortisonhaltigen Präparaten im schlimmsten Fall eingesetzt. Wegen Nebenwirkungen können diese Augentropfen leider nur vorübergehend benutzt werden. Womit kann man sich aber in der Zwischenzeit Linderung verschaffen? Ganz ähnlich ist es in der Erkältungszeit: die Nase läuft und die Augen tränen gleich mit. Sie sind gerötet und brennen - wie bei der Allergie - aber ein geeignetes Mittel dagegen scheint es nicht zu geben.

Experten in Naturheilmedizin haben uns für solche Fälle die altbewährten Kräuterauflagen empfohlen. Als Basis dient ein Aufguss aus speziellen Augenheilkräutern, die in jeder Apotheke erhältlich sind. Mit der selbst hergestellten Flüssigkeit wird anschließend ein fusselfreier Wattebausch oder besser noch ein sauberes Baumwoll- oder Leinentuch benetzt und für fünf bis zehn Minuten auf die geschlossenen Augen gelegt. Durch die Verdunstung der Feuchtigkeit entsteht zusätzlich zu den Wirkstoffen der Kräuter noch einen angenehm erfrischender Effekt. Ob die Temperatur lieber wärmer oder besser doch kühler sein sollte, kann individuell entschieden werden.

Bis vor kurzem wurde für Kräuterauflagen oft Kamille empfohlen und die Ansicht, dass Kamille ‚mild' ist, hält sich hartnäckig. Das Gegenteil ist aber der Fall: heute weiß man, dass Kamille gerade an den Augen allergieauslösend ist! Aber es gibt auch andere gute, zu Unrecht in Vergessenheit geratene Alternativen.


Der Augentrost – lateinisch: Eufrasia rostkoviana – ist eine wildwachsende, sogenannte ‚Halbschmarotzer'-Pflanze, denn er braucht Gras in seiner Nähe, um sich davon zu ernähren. Achten Sie beim Spaziergang mal darauf, ob Sie ihm begegnen. Augentrost wächst besonders an mageren Wiesen und am Waldrand.

Geerntet wird die gesamte Pflanze – ohne Wurzeln - während der Blütezeit von Juni bis September. Er wird etwa 25-30cm hoch und hat wunderschöne, weiße Blüten mit violetter Zeichnung. – Deshalb heißt er auch ‚Eufrasia', nach Euphrosyne einer griechischen Schönheit - Wichtig ist, dass die getrockneten, zerkleinerten Pflanzenteile in einem lichtdichtem Gefäß aufbewahrt werden.

Augentrost enthält unter anderem den Wirkstoff ‚Aucobin', der zu den antibiotischen Glykosiden zählt, und Gerbstoffe. Leichte Entzündungen am Auge, wie ein Gerstenkorn sprechen deshalb besonders gut auf die Behandlung mit Augentrost an. Gleiches gilt für müde, überanstrengte Augen! Wer bei selbstgemachten Auflagen Bedenken hat, kann in der Apotheke die Eufrasia-Augentropfen von verschiedenen Firmen kaufen.


Gewürzfenchel – lateinisch: Foeniculum vulgare - ist auch so ein Wunderkraut. Aber nicht nur als krampflösendes Mittel für den Bauch, sondern auch speziell für die Augen. Er gehört zur Familie der Doldenblütler und wächst in seiner ursprünglichen Form besonders im Mittelmeerraum. Der sogenannte ‚Finocchio selvaggio' - auf italienisch. Um die heilenden Fenchelsamen zu bekommen, wird er als Kulturpflanze angebaut. Unter folgenden Adressen können Sie ab Januar Saatgut bestellen, um ihn an einem sonnigen Standort selbst zu züchten:

Fenchelsamen werden sehr spät bis in den November hinein geerntet, je nach Klima. Dazu werden die Samen aus den Dolden gezupft und auf einer luftdurchlässigen Unterlage, beispielsweise auf dem Einsatz eines Dörrapparates getrocknet. Im Frühjahr können die mehrjährigen Pflanzen dann bis auf 20-30cm gekürzt werden.

Übrigens: Der essbare Gemüsefenchel ist eine andere Pflanze als der beschriebene Gewürzfenchel!


externe Links
 
  Fenchelsamen für Augenkompressen
 
 
  Fenchelsamen
 


 
Kräuterauflage ‚Klarer Blick':
 

Seit alters her wird dem Fenchelsamen eine Heilwirkung auf die Augen nachgesagt. Schon in der Römerzeit wurde beobachtet, dass sich Schlangen ausgerechnet an Fenchelpflanzen gerieben haben, um die Blindheit während ihrer Häutung anschließend wieder loszuwerden. Auch die Klostermedizin der Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert beschreibt seine besondere Wirkung auf die Augen. Genauso wie im Augentrost finden sich im Fenchel entzündungshemmende Wirkstoffe, die heute sogar bei der Herstellung von Kosmetikprodukten genutzt werden.

Nehmen Sie 2 Teelöffel Augentrost und 2 Teelöffel Fenchelsamen und gießen einen halben Liter kochendes Wasser hinzu. Diesen Aufguß lassen Sie 10 Minuten ziehen. Achtung! Damit keine ätherischen Wirkstoffe der Pflanzen verdampfen können, muss das Gefäß verschlossen sein. Anschließend schütten Sie Ihren Aufguß am besten durch ein Leinentuch, um die Kräuter heraus zu filtern. Diesen Vorgang nennt man ‚abseihen'. Wenn die Flüssigkeit lauwarm ist, kann der Wattebausch oder ein neues, sauberes Leinentuch damit befeuchtet werden. Am besten noch eine schöne Musik auflegen und mit der Kräuterauflage über den Augen entspannen!
   
In vielen Ratgebern finden Sie den Vorschlag, Teebeutel auf die Augen zu legen, um den beschriebenen Effekt zu erzielen. Das ist zwar eine schnelle und unkomplizierte Methode, aber wer wirkliche Probleme mit den Augen hat, sollte damit vorsichtig sein. Denn durch die Teebeutelfilter können winzig kleine Schwebeteilchen hindurch kommen, die das Auge reizen. Außerdem werden in normalen Teebeuteln Kräuter verwendet, deren Qualität nicht mit den Heilpflanzen aus der Apotheke vergleichbar ist!

Eine andere, duftbetonte Variante ist das Rosenwasser. In Form eines Zerstäubers können Sie das Rosenhydrolat aus dem Fachhandel wie ein feiner Nieselregen auf die geschlossenen Augen sprühen und trocknen lassen. Das erfrischt und beruhigt! Besonders bei brennenden, juckenden Augen in der Heuschnupfen-Zeit!

Ein Hydrolat ist das bei der Destillation eines Öls anfallende Wasser, das ebenfalls noch wertvolle aber ganz milde Pflanzeninhaltsstoffe enthält.



Impressum
 
Text: Horst Minge, Stefanie Schmid-Altringer
Redaktion: Karl Mertes
Redaktionelle Betreuung: Sabine Fricke
Designkonzept: Irina Rasimus
Grafik/Internet: Designbureau Kremer & Mahler