Hobbythek - Volle Kanne - TechniThek


hobbythek

342   Kürbiszeit - Wunderzeit

Vorwort 
 
Die lange Geschichte der Kürbisse 
 
Dekoratives Kürbis-Geschirr selbst gemacht 
 
Erstaunliche Vielfalt 
 
Rund, und vor allem: gesund! 
 
Vielseitig und schmackhaft - Kürbis in der Küche 
 
Schönheitspflege aus Kürbissen 
 
Kürbisse zum "Krach" machen 
 
Impressum



Vorwort

Liebe Zuschauer,

wenn man in diesen Tagen durch die Straßen geht, sind die schaurigen Kürbisfratzen kaum zu übersehen. Halloween hat sich in den letzten Jahren auch bei uns zum Kult entwickelt. Die Wurzeln des Festes liegen bei den Kelten, die Europa einst besiedelten. Sie feierten in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November den Winteranfang und den Beginn eines neuen Jahres. Nach keltischem Glauben kehren in dieser Nacht die Seelen der Menschen auf die Erde zurück, die im Jahr zuvor starben.

Sogar Wissenschaftler beschäftigen sich inzwischen mit der Erscheinung Halloween. Es scheint, als etabliere sich in unserer Gesellschaft aus dem kultischen Ereignis ein neuer Brauch - und bei dieser spannenden Entwicklung wollen die Forscher des Amtes für Rheinische Landeskunde in Bonn live dabei sein. Durch Umfragen auf Partys und auf der Straße haben sie herausgefunden: Wer gerne Karneval feiert, wie wir Kölner, der mag auch Halloween. Weiterhin haben sie herausgefunden, dass es vor allem die Frauen sind, die sich für Halloween begeistern - ganz besonders die jüngeren.

An Halloween sind die Geisterkürbisse zu einer Art Wahrzeichen geworden. In manchen Ländern wie z.B. Luxemburg trägt man aber auch zu Sankt Martin den Kürbis als eine Art Laterne durch die Straßen. Die beiden Feste Halloween und Sankt Martin liegen zeitlich eng beieinander. Vielleicht sieht die katholische Kirche das Halloween-Fest als Konkurrenzveranstaltung zu Sankt Martin an und äußert deshalb zunehmend ihren Unmut. Sankt Martin hat weniger mit Kommerz zu tun. Ganz im Gegenteil: Er vermittelt sogar positive Botschaften wie Nächstenliebe und Menschlichkeit oder auch, dass Teilen wichtig ist. Aber egal, welches Fest Sie, liebe Zuschauer, bevorzugen - fest steht, Kürbisse werden immer beliebter. Nicht nur, was die Fratzen anbetrifft, auch in der Küche hat der Kürbis eine früher nie für möglich gehaltene Karriere gemacht. Waren Kürbisse früher ein typisches Arme-Leute-Essen, haben sie heute dank zahlreicher schmackhafter Neuzüchtungen den Weg in die Gourmetküchen gefunden. Als leckerer Gesundmacher ist der Kürbis so vielseitig wie kaum ein anderes Gemüse. Auf den nächsten Seiten möchten wir Ihnen deshalb nicht nur viele leckere Rezepte präsentieren, sondern auch zahlreiche Hintergrundinformationen zum Allroundgenie Kürbis verraten. Viel Spaß bei Ihrer Entdeckungsreise durch die Wunderwelt der Kürbisse.

Ihre Sabine Fricke und Jean Pütz



Die lange Geschichte der Kürbisse

Der Kürbis ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Das belegen archäologische Funde aus Peru und Mexiko. Die bisher ältesten Kürbisfragmente stammen aus einer Höhle im südlichen Mexiko und wurden auf ein Alter von etwa 12.000 Jahren geschätzt. Für die Ureinwohner Südamerikas scheinen die Kürbisse eine wichtige Nahrungsquelle gewesen zu sein. Sie nutzten nicht nur das Fruchtfleisch der damals noch bitter schmeckenden und kaum birnengroßen Früchte, sondern auch die öl- und eiweißreichen Samen.

Weitere archäologische Funde sprechen dafür, dass vor 6.000 bis 8.000 Jahren in Mittel- und Südamerika eine Epoche der Kürbiskultur blühte. Damals waren Kürbisse nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Trinkgefäße, Werkzeuge, Schwimmbojen oder sogar Musikinstrumente.

Erst Kolumbus war es dann, der den Kürbis nach Europa brachte. Am 3. Dezember 1492 notierte Christoph Kolumbus in seinem Tagebuch die erste Begegnung mit dem bislang unbekannten Gewächs. Der Kürbisanbau in seiner neuen europäischen Heimat war vor allem in den warmen Mittelmeerländern problemlos. Heute werden Kürbisse in allen Erdteilen angebaut. Durch Züchtungen sind inzwischen über 800 verschiedene Kürbissorten bekannt.


Kürbis ist nicht gleich Kürbis
 
Aber bereits vor Kolumbus' Rückkehr waren Kürbisse in Europa bekannt. Allerdings waren das keine Speisekürbisse, sondern vor allem so genannte Flaschenkürbisse (Lagenaria), die ihren Ursprung auf dem afrikanischen Kontinent haben. Diese Flaschenkürbisse wurden bereits in der mittelalterlichen Klosterheilkunde verwendet. Dass Flaschenkürbisse und Speisekürbisse unterschiedliche Ursprünge haben, zeigt sich nicht nur in den verschiedenartigen Früchten, sondern auch in der Blütenfarbe. Die aus Amerika stammenden Speisekürbisse blühen alle gelb, Flaschenkürbisse hingegen haben weiße Blüten. Auch die Samen sehen verschieden aus.
 
Ein ganz besonderer Samen in der Welt der Kürbisse stammt von der tropischen Kürbisart Zanonia macrocarpa. Ihre Riesensamen haben flügelartige Fortsätze und sind wahre Flugwunder. Mit einer Spannweite von etwa 10 cm können sie bei günstigen Windbedingungen erstaunlich weite Strecken zurücklegen. Diese besonderen Flugeigenschaften ließen die Zanonia-Samen in die Geschichte der Luftfahrt eingehen. Dr. Igo Etrich, ein österreichischer Ingenieur, baute im Jahr 1904 nach dem Vorbild des Zanonia-Samens eine Flugapparatur, die damals sensationelle 900 Meter weit durch die Luft gleitete. Dieser Prototyp wurde von Etrich und seinem Mitarbeiter Franz Wels in mehreren Stufen weiter entwickelt bis hin zu einem motorisierten Flugzeug namens "Etrich-Taube". Sie wurde innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich, weil sie über eine enorme Luftstabilität verfügte und auch für ungeübte Piloten als narrensicher galt. Aus diesem Grund war die Etrich-Taube ein ideales Schulflugzeug und bis 1913 der in Deutschland am meist geflogene Flugzeug-Typ.

Doch zurück zu den bereits angesprochenen Flaschenkürbissen, die häufig auch Kalebassen genannt werden: Wie der deutsche Name schon sagt, sind sie schon allein wegen ihrer Form ideal zur Herstellung von Gefäßen verschiedenster Art. Der Begriff "Kalebasse" stammt übrigens aus dem Spanischen und heißt wörtlich übersetzt "Kürbispflanze". Gefäße aus Flaschenkürbissen werden zwar schon seit Jahrtausenden genutzt, finden aber auch heute immer noch vielfach Verwendung. Vor allem in Afrika und Südamerika. Dort stammt diese Tradition von den Guarani-Indianern und wurde schon viele Jahrhunderte, bevor die Spanier ins Land kamen, gepflegt. Noch heute findet man solche Gefäße praktisch in jedem südamerikanischen Haushalt.

Das Gefäß wird meist "Mate" genannt, das metallene Trinkröhrchen mit Sieb "Bombilla". Die Südamerikaner halten damit regelrechte Tee-Zeremonien ab. Dabei wird der schmuckvolle Becher mit Matetee gefüllt und im geselligen Familienkreis herumgereicht.
  

Dekoratives Kürbis-Geschirr selbst gemacht
   
Gefäße aus Kürbissen kann man auch ganz einfach selbst herstellen. Am besten geht das mit den Flaschenkürbissen, weil die eine sehr dicke Außenhaut haben. Unter den Kalebassen gibt es die unterschiedlichsten Formen und Färbungen. Bauchige Flaschenformen bringt z. B. der "Amphorenkürbis" hervor. Die "Herkuleskeule" hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Baseballschläger und beim "Korsischen Teller", der eine bauchig-ovale Form hat, kann man schon am Namen erkennen, was früher vorwiegend daraus gemacht wurde.

Um Gefäße aus Kalebassen-Kürbissen herzustellen, müssen sie erst einmal an einer trockenen, luftigen und hellen Stelle vollständig getrocknet werden. Wer keinen überdachten Balkon oder einen geschützten Platz im Garten hat, kann die Kürbisse auch auf der Fensterbank lagern. Grundsätzlich eignen sich zum Trocknen nur die Flaschenkürbisse, die voll ausgereift sind - zu erkennen an der ganz harten Außenhaut. Wie lange es dann dauert, bis er durch und durch getrocknet ist, hängt zum einen von der Luftfeuchtigkeit, zum anderen von seiner Größe und Form ab. Bei dicken Exemplaren kann es sich durchaus über ein halbes Jahr hinziehen, bis er ganz hart ist.

Manchmal macht sich beim Trocknen Schimmel breit. Das ist aber nicht weiter schlimm, die Schimmelschicht sollte nur von Zeit zu Zeit abgewaschen werden. Am besten macht man das mit einem Topfreiniger aus Metall und an der frischen Luft wegen der schädlichen Schimmelsporen. Einfach mit lauwarmem Wasser abschrubben und danach mit einem Küchenpapier trocken reiben.

Gut durchgetrocknete Kalebassen sind verholzt. Mit verschiedenen Werkzeugen wie feinen Handsägen, Stichsägen, Raspeln und Feilen lassen sich unterschiedlichste Formen schaffen.

Möchte man z.B. eine Schale oder ein Trinkgefäß basteln, muss zunächst ein Deckel abgesägt werden und die Reste des trockenen Kürbisgehäuses ausgeschabt werden.

Esslöffel eignen sich dafür, noch besser geht es mit Eisportionierern aus Metall, weil die meistens eine schärfere Kante haben. Um der Innenfläche den letzten Schliff zu verleihen, kann man die Fläche mit einem Drahtschwamm und Schmirgelpapier bearbeiten.

Diese Kürbisgefäße können dann ganz nach Belieben verziert werden. Im einfachsten Fall mit Farbe. Für die Außenseite eignen sich z.B. Acrylfarben sehr gut, weil sie sehr schnell trocknen und wischfest sind.

Aber auch Wasserfarben oder Plakafarben machen sich gut. Für den dauerhaften Schutz muss man diese allerdings mit einem Klarlack überstreichen.

Einen eigenen Charme haben eingebrannte Verzierungen. Dazu braucht man einen einfachen Lötkolben. Im Fachhandel sind sogar spezielle Brandmal-Lötkolben erhältlich, die oft auch unter dem Namen "Brand-Peter" bekannt sind.

Sie kosten rund 25 Euro und haben den Vorteil, dass man für sie unterschiedlich geformte, auswechselbare Metallspitzen bekommt, mit denen ausgefallene Muster eingebrannt werden können. Wenn der Durchmesser der Lötkolben-Öffnung stimmt, können diese speziellen Metallspitzen aber auch in jeden normalen Lötkolben eingesetzt werden. Das Einbrennen macht Spaß und ist kinderleicht: Einfach mit einem Stift ein Muster vormalen und dann mit der geeigneten Spitze vorsichtig ausbrennen.



Erstaunliche Vielfalt
 
Die Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) ist äußerst formenreich und umfasst 118 Gattungen, sowie etwa 800 verschiedene Arten. Die in unseren Breiten bekanntesten sind so unterschiedliche Gewächse wie die Gurke (Cucumis), Wassermelone (Citrullus), die heimische Zaunrübe (Bryonia) oder auch die Schwammgurke (Luffa). Die Luffa-Gurke wächst vorwiegend in Asien und ist im frischen Zustand einer normalen Salatgurke ähnlich. Getrocknet offenbart sich in ihrem Innern ein schwammartiges Gerüst, das für vielerlei Anwendungen im Haushalt geradezu ideal ist.

Mit dem festen Gewebe der Luffa-Gurke lässt sich auf angenehme Art die Haut massieren. Aber auch im Haushalt ist das Gewebe sehr praktisch. In der Küche eignet es sich zum Reinigen von Töpfen und Pfannen.

Obwohl sich das Luffa-Gewebe relativ hart anfühlt, hinterlässt es keine Kratzer. Deshalb kann man es auch auf empfindlichen Flächen und sogar für die Autowäsche verwenden, um Insekten zu entfernen.

Die eigentlichen Speisekürbisse unterteilt man in Sommer- und Winterkürbisse. Einige Kürbisse isst man schon, wenn sie noch jung und unreif sind. Bekanntester Vertreter ist die Zucchini. Im ausgereiften Zustand schmeckt sie ziemlich fad und die Schale wird sehr hart. Weil diese Kürbisse schon früh im Jahr gegessen werden können, nennt man sie eben Sommerkürbisse.

Zu dieser Gruppe gehört auch der etwas unbekanntere Vertreter namens Rondini. In letzter Zeit sieht man ihn hin und wieder auf Wochenmärkten. Er sieht aus wie eine runde Zucchini und fällt durch seinen ungewöhnlich aromatischen Geschmack auf. Auch die dekorativen Ufo-Kürbisse, häufig auch als Patissons oder Squash-Kürbisse im Handel, werden unreif verspeist. Ihre Schale kann man ebenfalls einfach mitessen.

Die klassischen Speisekürbisse sind keine Sommer-, sondern Winterkürbisse. Sie werden erst im Herbst geerntet, wenn sie wirklich reif sind. Das hat den großen Vorteil, dass sie sehr lange gelagert werden können. Vorausgesetzt, sie sind unverletzt, ausgereift und die Luftfeuchtigkeit ist nicht zu hoch. Ein klammer Kartoffelkeller ist nichts für Kürbisse. Am besten eignet sich ganz normales Wohnraumklima oder ein Wärmeraum. Die Temperatur sollte keinesfalls unter 10 bis 15° C betragen, sonst fangen die Früchte an zu schimmeln. Wenn die Schale unbeschädigt ist und das Klima stimmt, dann halten sich viele Sorten gut und gerne bis ins nächste Frühjahr.


Rund, und vor allem: gesund!

Kürbis pur ist nicht nur kalorienarm, sondern auch sehr gesund. Mit gerade mal 25 Kalorien pro 100 Gramm enthält das Fruchtfleisch des Kürbisses ausgewogene Mengen an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien wie Kalium, Magnesium oder Eisen. Außerdem ist der Kürbis reich an so genannten sekundären Pflanzenstoffen. Sekundär heißt aber nicht etwa, dass diese Stoffe nicht wichtig sind. Im Gegenteil. Als Lock- und Aromastoffe sorgen sie z.B. dafür, dass Insekten die Pflanze besuchen und für deren Fortpflanzung sorgen. Zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen aber noch viele andere Stoffgruppen wie Wachstumsregulatoren, Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder auch Farbstoffe. Sekundär heißen sie nur deshalb, weil sie keine Nährstoffe im engeren Sinne sind und nicht in so großen Mengen vorkommen wie die so genannten primären Pflanzenstoffe. Zu diesen zählen Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette.



Die Stoffe, die den Kürbis orange machen
   
Im Zusammenhang mit den sekundären Pflanzenstoffen fallen beim Kürbis im Vergleich zu anderen Gemüsesorten vor allem die hohen Carotinoid-Werte auf. Carotinoide oder Carotene sind pflanzliche Farbstoffe, die für die gelbe bis rote Färbung der Kürbisfrucht verantwortlich sind. Wissenschaftler konnten bislang etwa 700 verschiedene Carotinoide identifizieren. Aus etwa 70 von diesen 700, also aus etwa 10%, kann der Körper Vitamin A aufbauen. Deshalb heißen diese speziellen Carotinoide auch Provitamin A. Betacarotin ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe. Neben der eigentlichen Bedeutung als Vitaminvorstufen, nutzt unser Körper die Carotinoide unter anderem, um gefährliche Stoffe, so genannte freie Radikale, abzuwehren. Damit wirken sie wie Vitamin C und E als so genannte Antioxidantien, und sind wichtig für die Krebsvorbeugung.

Lange Zeit galt es als eine gute Empfehlung, diese wichtigen Stoffe künstlich, also als Tabletten oder Pulver zu sich zu nehmen - als zusätzlichen Schutz vor Krankheiten und vor allem vor Krebs. In den letzten Jahren musste diese These relativiert werden. Eine groß angelegte Studie musste in den 90er Jahren sogar abgebrochen werden, weil sie den teilnehmenden Menschen mehr Schaden als Nutzen brachte. In dieser Studie aus dem Jahr 1996 untersuchten Wissenschaftler Raucher, denen zur Krebsvorbeugung hohe Dosen Betacarotin in Tablettenform verabreicht wurden. Das Ergebnis war für alle Beteiligten überraschend: Die Patienten, die isoliertes Betacarotin eingenommen hatten, erkrankten schneller an Lungenkrebs als die Testpersonen ohne zusätzliche Einnahme. Die Steigerungsrate: 28%! Damit waren ähnliche Studien-Ergebnisse aus dem Jahr 1994 bestätigt. Wissenschaftler vermögen noch immer nicht zu sagen, woran das exakt gelegen hat. Sie mutmaßen, dass eine Ursache die unnatürlich hohen Dosen waren, die man über Nahrungsmittel praktisch kaum aufnehmen könne. Das zeige, dass Nahrungsbestandteile in unnatürlich hochdosierter Form wie eine "Chemikalie" wirken können und dann beim kranken Menschen negative Folgen haben. Das künstlich erzeugte Stoff-Ungleichgewicht im Körper störe infolgedessen ein intaktes "Zusammenspiel" der verschiedenen Wirkstoffe im Stoffwechsel und mache in letzter Konsequenz krank. Eine Vitamin-Tablette am Tag ist unschädlich, zur Auffüllung leergelaufener Speicher gegebenenfalls sinnvoll. Doch immer mehr Ernährungswissenschaftler empfehlen, die für unseren Stoffwechsel so wichtigen Vitamine und Mineralstoffe ausschließlich über naturbelassenes Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Wer 5 mal am Tag Obst oder Gemüse isst, kann vielen ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugen und auf zusätzliche Vitaminpräparate verzichten. Dafür empfiehlt sich eben ganz besonders auch der Kürbis.

 

Hormone aus der Pflanze
 
Das Tolle an den Kürbissen ist, dass man sie praktisch komplett verwerten kann: Sogar die Kerne sind Gesundheitspakete. Das liegt vor allem an bestimmten Pflanzenhormonen, den Phytosterinen, eine weitere Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Diese Pflanzenhormone wirken bei uns Menschen und richten keinen Schaden an. Solche Sterine aus Pflanzen finden sich auch in anderen fettreichen Samen, z.B im Sesam oder in Sojabohnen.

Sterine gibt es auch bei Tieren. Der bekannteste ist das Cholesterin, was uns Menschen ja eher zu schaffen macht. Die pflanzlichen Sterine haben den positiven Effekt, die Aufnahme des Cholesterins zu behindern. Sie konkurrieren sozusagen damit und können auf diese Weise den Cholesterinspiegel senken.

Phytosterine können aber noch mehr. Viele Männer ab 50 haben sehr häufig eine gutartige Prostatavergrößerung. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Kürbiskerne mit ihren Phytosterinen diese Vergrößerung verlangsamen und im Anfangsstadium sogar Stillstand bewirken können. Auch auf die Blasenmuskulatur haben sie einen stärkenden Einfluss.

Die Kerne schmecken naturbelassen oder geröstet als einfache Knabberei sehr lecker, eignen sich aber auch hervorragend als Verfeinerung in Salaten, Suppen und Desserts.

 
externe Links
 
  5 am Tag
 
  aid infodienst
 
  Landwirtschaftskammer Rheinland (PDF)



Vielseitig und schmackhaft - Kürbis in der Küche
  
Früher war Kürbis meist höchstens ein billiger Fleischersatz. Eine dicke Kürbisscheibe kam als Schnitzel in die Pfanne und süß-sauer eingelegter Kürbis half, den Winter zu überstehen. Erst als in den letzten Jahrzehnten viele neue schmackhafte Züchtungen auf den Markt kamen, hat der Kürbis auch den Weg in die Feinschmeckerrestaurants gefunden.

Mit seiner enormen Sortenvielfalt ist der Kürbis in der Küche vielseitig wie kaum ein anderes Gemüse. Als herzhafte Suppe, in der Pfanne oder auch in den verschiedensten Formen von Süßspeise verblüffen die Kürbisse durch erstaunliche Geschmackserlebnisse. Selbst für das Zubereiten von Babynahrung ist Kürbisfleisch bestens geeignet.


externe Links
 
  Wissenswertes zu Kürbissen
 
  Kürbisrezepte
 
  Hausfrauenseite

Rezepte
 
Süßliche Kürbiscremesuppe mit Muskatblüten für 4 Teller
 
  600-700 Gramm Kürbisfleisch (z. B. Muskatkürbis, Hokkaido, Queensland Blue)
 
 
  500 ml Gemüsebrühe
 
 
  ein halber Liter Milch
 
 
  Olivenöl
 
 
  drei Muskat- oder Macis-Blüten
 
 
  eine Prise Muskatnuss gemahlen
 
 
  eine halbe Zimtstange
 
 
  ein Esslöffel Honig
 
 
  Salz und evtl. ein bis zwei Schuss Tabasco
   
 
Kürbis in Würfel schneiden und in etwas Olivenöl anschwitzen. Mit Gemüsebrühe und der Milch aufgießen. Die Muskat- bzw. Macis-Blüten, die Prise gemahlene Muskatnuss und Salz sowie den Honig und die Zimtstange hinzugeben. Alles auf kleiner Stufe etwa 20 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss die Zimtstange entfernen und die Suppe mit einem Pürierstab pürieren. Nun kann der Suppe nach Belieben mit etwas Tabasco "Pfiff" verliehen werden.



 
Klassisches Kürbisgulasch (4 Personen)
 
  500 Gramm Kürbisfleisch in grobe Würfel geschnitten
 
 
  250 Gramm Zwiebeln
 
 
  ein Liter Gemüsebrühe
 
 
  zwei bis drei Esslöffel Paprikapulver
 
 
  ein bis zwei Esslöffel Tomatenmark
 
 
  Majoran, ein Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer
 
 
  ein Stück Paprika in feine Streifen geschnitten
 
 
  drei Esslöffel Sahne
 
 
  zwei Esslöffel Creme fraiche
   
 
Zwiebeln grob hacken und goldbraun anschwitzen. Kürbis hinzugeben und kurz mit anschwitzen. Dann das Paprikapulver und das Tomatenmark hinzugeben, kurz mitrösten und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Mit Majoran, dem Lorbeerblatt, sowie Salz und Pfeffer würzen. Nun etwa 15-20 Minuten weich dünsten. Die Kürbiswürfel sollten auf jeden Fall noch Biss haben. Kurz vor Ende der Garzeit die Paprikastreifen hinzugeben und mit der Sahne und dem Creme fraiche verfeinern. Zum Schluss kann das Gulasch mit ein bis zwei Esslöffeln Mehl, die mit etwas Wasser verrührt werden, gebunden werden.



Original Halloween Pumpkin-Pie
 
Mürbteig:
 
 
  200 g Mehl
 
 
  ein Teelöffel Backpulver
 
 
  75 Gramm Rohrzucker
 
 
  eine Prise Salz
 
 
  100 Gramm kalte Butter
 
 
  ein Eigelb
 
 
  Saft einer Zitrone
 
 
  Mehl für die Arbeitsplatte
 
 
Füllung:
 
  750 Gramm Kürbisfleisch
 
 
  180 Gramm Rohrzucker
 
 
  ein Teelöffel Zimt gemahlen
 
 
  ein halber Teelöffel Ingwer
 
 
  eine Prise Nelkenpulver
 
 
  drei Eier
 
 
  200 Gramm Vollmilchquark (wahlweise Frischkäse)
 
 
  Fett für die Form
   

Für den Mürbteig Mehl, Backpulver, Rohrzucker und Salz in einer Rührschüssel vermischen. Kalte Butter - am besten aus dem Kühlschrank - in Flöckchen, das Eigelb und den Zitronensaft hinzugeben. Am besten mit dem Knethaken eines Quirls so lange verrühren, bis der Teig krümelig zusammenhält. Dann mit den Händen zu einem Teigstück zusammendrücken. Nun auf der bemehlten Arbeitsplatte kurz und kräftig zu einem glatten Teig kneten. Aber Vorsicht, nicht zu lange kneten, sonst schmilzt das Fett im Teig durch die Handwärme und der Teig wird zu weich. Den Teig nun in eine Klarsichtfolie einrollen und im Kühlschrank mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

Für die Füllung das Kürbisfleisch würfeln und mit drei Esslöffel Wasser zugedeckt aufkochen und auf mittlerer Hitze ca. 15 Minuten garen. Die letzten fünf Minuten den Deckel abnehmen, damit die Flüssigkeit verdunsten kann. Anschließend das Kürbisfleisch im Mixer pürieren, in ein Sieb geben, abtropfen und abkühlen lassen.

Das kalte Kürbismus mit dem Rohrzucker, dem Zimt, Nelkenpulver, Ingwer, den verquirlten Eiern, einer Prise Salz und dem Vollmilchquark verrühren. Den Teig aus dem Kühlschrank holen und auf der Arbeitsplatte noch einmal kräftig durchkneten und zu einem etwa 20 Zentimeter großen runden Boden ausrollen. Nun den Teig in eine gefettete Spring- oder Pieform (etwa 20 Zentimeter Durchmesser) drücken. Dabei einen Rand von circa einem Zentimeter hochziehen. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen und die Kürbismasse in die Form füllen und glattstreichen. Im vorgeheizten Backrohr bei 175 °C etwa 60 bis70 Minuten backen. Den abgekühlten Pumpkin-Pie am besten traditionell nur am Kuchenrand mit Puderzucker bestreuen und mit geschlagener Sahne servieren.


Kürbiskernöl - eine echte Delikatesse
   
Die essbaren Kürbiskerne stammen von einer speziellen Kürbissorte, dem Steirischen Ölkürbis. Seine Kerne sind nur von einem feinen Häutchen umgeben und nicht verholzt wie bei den meisten anderen Kürbissorten. Er wird heute vor allem in Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und der Schweiz angebaut.

Aus den Knabber-Kernen des Steirischen Ölkürbisses lässt sich eine ganz besondere Köstlichkeit pressen - das Kürbiskernöl. Etwa zweieinhalb Kilo Kerne ergeben einen Liter des dunkel-olivgrünen Öls, das es in sich hat. Es enthält etwa 90 Prozent ernährungsphysiologisch wertvoller ungesättigter Fettsäuren und viele Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem ist es reich an Selen und Zink - Mineralstoffe, die für unseren Stoffwechsel und zur Krebsvorbeugung wichtig sind. Zudem enthält es natürlich auch die wertvollen Phytosterine.

Mit seinem charakteristisch nussartigen Geschmack kann es einem Salatdressing, Nudel- oder Kartoffelgerichten eine ganz besondere Note geben. Das qualitativ hochwertige, kalt gepresste Kürbiskernöl ist durch seine aufwendige Herstellung allerdings nicht billig. Sein Geschmack ist aber derart intensiv, dass oft schon kleine Mengen reichen, um dem Gericht ein besonderes Aroma zu verleihen.

externe Links
 
  Steckbrief Ölkürbis
 
  Dissertation zum Ölkürbisanbau
 
  Informationen zum Kürbiskernöl
 
  Kürbismühlen-Museum Preding
 


Rezepte
 
Kürbiskern-Pesto à la hobbythek
 
  100 Gramm Kürbiskerne (trocken geröstet)
 
 
  200 Gramm geriebener Pecorino (toskanischer, gereifter Schafskäse), wahlweise Parmesan
 
 
  zwei große Bund frischen Basilikum
 
 
  150 Milliliter Kürbiskernöl
 
 
  zwei Teelöffel Balsamico-Essig
 
 
  zwei Knoblauchzehen
 
 
  eventuell Salz und Pfeffer aus der Mühle
   
 
Zunächst das Basilikum von den Stielen entfernen. Zusammen mit den anderen Zutaten in einem Mixerglas oder Universal-Zerkleinerer nicht zu fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer und je nach Konsistenz mit Kürbiskernöl abschmecken. Sollte die Masse zu dick werden, geben Sie noch ein wenig Gemüsebrühe oder Kürbiskernöl hinzu. Dieses Pesto kann ausgezeichnet für Pasta, aber auch für Ofenkartoffeln als Füllung oder zu gegrilltem Gemüse verwendet werden.



 
Bunte Kürbis-Pizza (vier bis fünf Personen)
 
Für den Teig:
 
  400 Gramm Weizenmehl
 
 
  50 Gramm Kürbiskerne (halbiert oder grob gehackt)
 
 
  150 Milliliter Wasser
 
 
  50 Milliliter Milch
 
 
  30 Gramm frische Hefe
 
 
  fünf Esslöffel Kürbiskernöl
 
 
  ein halber Teelöffel Salz
 
 
  ein halber Teelöffel Zucker
 
Für den Belag:
 
  500 Milliliter passierte Tomaten
 
 
  Mozzarella
 
 
  200 - 250 Gramm Kürbisfleisch
 
 
  200 - 250 Gramm Zucchini
 
 
  Salz, Pfeffer, Basilikum
 
 
  Kürbiskernöl, wahlweise Olivenöl
 
 
  fünf Kürbis- oder Zucchiniblüten
 
 
  Nach Belieben: Schinken, Zwiebel, Oliven, Artischocken, Sardellen, Schafskäse, Parma-Schinken
   
 
  
Das Weizenmehl mit den Kürbiskernen und dem Salz vermengen. Das Wasser, die Milch, den Zucker und das Kürbiskernöl vermischen. Dazu die Hefe geben und darin auflösen. Die Zutaten ordentlich zu einem geschmeidigen Pizza-Teig verarbeiten. Danach zugedeckt mindestens 30 Minuten gehen lassen.

Für den Kürbis- oder Zucchini-Belag das Kürbisfleisch in kleine Würfel schneiden und die Zucchini in Scheiben schneiden. Kürbiswürfel und Zucchinischeiben in etwas Kürbiskernöl nur ganz kurz auf kleiner Flamme anschwitzen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Den gegangenen Teig ausrollen oder in ein Backblech drücken, die Tomatensauce darauf sparsam verteilen. Am besten die Tomatensauce schon vorher mit ein wenig Salz, Pfeffer und zum Beispiel Basilikum würzen - dann verteilt sich der Geschmack besser.

Nun nach Belieben mit Mozzarella, den Kürbiswürfeln, den Zucchinischeiben und anderen Zutaten belegen. Zum Schluss mit Oregano bestreuen und bei 175° C circa 15 bis 20 Minuten backen. Erst etwa fünf Minuten vor Ende der Backzeit die Kürbisblüten auf die Pizza legen und fertig backen.


Pizzastein à la hobbythek
   
Seit einiger Zeit bieten verschiedene Elektrogerätehersteller so genannte Pizzasteine an, auf denen im normalen Backofen Pizzen, aber auch Brot und Gebäck besser gelingen als auf einem herkömmlichen Backblech. Stein hat generell den Vorteil, Hitze zu speichern und gleichmäßig wieder abzugeben. Der große Nachteil dieser Pizzasteine ist allerdings der Preis. Je nach Hersteller kostet so ein Zubehör zwischen 80 und 150 Euro. Deshalb empfehlen wir eine viel günstigere, aber ebenso wirkungsvolle Alternative: Naturbelassene Terracotta-Fliesen, die nicht lackiert oder auf andere Weise bearbeitet sind. Sie bestehen lediglich aus gebranntem Lehm und sind für ein paar Euro zu haben.



Gebackene Kürbisblüten "Süßer Herbstduft" (zwei bis drei Portionen)
 
  acht bis zehn Kürbis- oder Zucchiniblüten
 
 
  Pflanzenöl zum Frittieren in einem Topf oder einer Friteuse
 
 
  Puderzucker
 
Für den Backteig:
 
  100 Gramm Mehl
 
 
  150 Milliliter Milch
 
 
  ein Ei
 
 
  ein Teelöffel Bourbon-Vanillezucker
 
 
  eine Prise Salz
 
 
  ein Esslöffel fein gehackte Kürbiskerne
   

Für den Backteig Mehl, Milch und Ei zusammen in einer Schüssel verrühren und den Bourbon-Vanillezucker, das Salz und die fein gehackten Kürbiskerne unterrühren. In der Zwischenzeit Öl in einem Topf erhitzen. Bei einer Friteuse sollte die Backtemperatur auf etwa 180° C geregelt sein. Verwenden Sie am besten männliche Blüten - sie sind an den langen Stengeln erkennbar und daher leichter zu pflücken und zu handhaben. Die vorsichtig gewaschenen Kürbis- oder Zucchiniblüten werden, nachdem sie wieder trocken sind, durch den Backteig gezogen und circa zwei bis drei Minuten gebacken. Immer wieder zwischendurch wenden. Zu unseren mit Puderzucker bestreuten, gebackenen Kürbisblüten "Süßer Herbstduft" passt unser Kürbiskompott (siehe unten), eine Fruchtsauce oder Zabaione.



 
Herbstliches Kürbis-Kompott
 
  500 Gramm Kürbis, entkernt und geschält
 
 
  ein Liter Wasser
 
 
  100 bis 150 Gramm Zucker
 
 
  zwei Vanilleschoten
 
 
  drei Stück Nelken
 
 
  Saft von einer ungespritzten Zitrone
 
 
  ein Teelöffel Essig
 

Den Kürbis in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit dem Wasser, Zucker, Zitronensaft, Essig und den Gewürzen in einem Topf ansetzen und zum Kochen bringen. Nun wie ein Apfelkompott einfach gar dünsten. Aus diesem Kompott kann auch sehr schnell ein "Herbstliches Kürbismus" hergestellt werden. Dazu entfernen sie einfach die Nelken und die Vanilleschoten, die Sie aber vorher noch ausschaben sollten und passieren das Ganze mit dem Stabmixer. Es kann nun wie Apfelmus verwendet werden. Und mit ein paar süßlichen Kürbis-Sorten entdecken Sie vielleicht den etwas melonenähnlichen Geschmack.

 
 
Gefüllte Kürbis- oder Zucchini-Blüten an gratinierter Grilltomate (4 Personen)
 
  16 große Kürbis- oder Zucchiniblüten
 
 
  400 Gramm Blattspinat, tiefgekühlt
 
 
  zwei kleine Zwiebeln
 
 
  zwei Knoblauchzehen
 
 
  200 Gramm Mozzarella
 
 
  drei bis vier Esslöffel geröstete Kürbiskerne, grob gehackt
 
 
  Salz, Pfeffer, Muskatnuss gemahlen
 
 
  zwei größere Tomaten
 
 
  100 Gramm geriebener, frischer Parmesan
 
 
  Olivenöl
 
Die Zwiebeln und die Knoblauchzehen fein hacken und in etwas Olivenöl zusammen mit dem Blattspinat anschwitzen. Das ganze etwa fünf Minuten eindünsten. Den Mozzarella in kleine Würfel schneiden und zusammen mit den gehackten Kürbiskernen unter die warme Spinatmasse rühren und diese nun mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Nun die Blüten mit der Spinatmasse vorsichtig und nicht zu voll füllen. Den Rand der Blüten am besten ein wenig eindrehen. Eine niedrige Auflaufform mit etwas Olivenöl ausfetten und die gefüllten Kürbis- (oder Zucchini-) Blüten nebeneinander einschichten. Bei 160 °C im vorgeheizten Backrohr etwa 20 bis 25 Minuten backen.

In der Zwischenzeit die Tomaten halbieren und in einer Pfanne mit etwas Olivenöl auf der Schnittseite etwas anbraten. Danach die Schnittseite mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas geriebenem Parmesan bestreuen, auf einen Teller geben und kurz im Backrohr mit der Grillfunktion gratinieren. Das sollte man am besten sofort machen, nachdem die Kürbis bzw. Zucchini-Blüten fertig sind. Hübsch angerichtet mit der gratinierten Grilltomate in der Mitte eines Tellers und mit den Blüten kreisfömig am Rand schmecken sie gleich nochmal so gut. Dazu schmecken beispielsweise Blattsalate und frisches Weißbrot vorzüglich. Unser Tipp: Kürbis- oder Zucchiniblüten lassen sich auch hervorragend mit unserem Kürbiskern-Pesto à la hobbythek füllen (siehe oben).



Schönheitspflege aus Kürbissen
  
Mit Kürbiskernöl und Kürbiskernen können auch verschiedenste Kosmetika zubereitet werden. Österreichische Bäuerinnen, die früher den ganzen Herbst hindurch in Handarbeit Ölkürbisse von ihren Kernen befreit haben, waren bekannt für ihre besonders weiche Haut an den Händen. Den im Kürbiskernöl enthaltenen Vitaminen A und E sowie dem Mineralstoff Kalium werden allgemein pflegende Hauteigenschaften zugesprochen.

 
Rezepte
 
Als Öl haben wir bei den folgenden Rezepten generell Kürbiskernöl eingearbeitet. Alternativ können aber auch andere gute Pflanzenöle wie z.B. Oliven- oder Sonnenblumenöl verwendet werden. Auch die Mengen der flüssigen Bestandteile haben wir mit ihrem Gewicht angegeben. So können alle Zutaten in einem Arbeitsschritt mit einer Waage abgemessen werden. Gemahlene Kürbiskerne sind ganz vorzüglich geeignet, um in einem Peeling abgestorbene Hautzellen sanft abzurubbeln. Peelings sind vor allem für Menschen mit trockener Haut eine Wohltat.

 
 
Kürbiskern-Joghurt-Peeling
 
  zwei Esslöffel gemahlene Kürbiskerne
 
 
  drei Esslöffel Joghurt
   

Die Kürbiskerne in der Getreidemühle nicht zu fein mahlen und mit dem Joghurt vermengen. Anschließend abdecken und kurz quellen lassen. Wenn das Peeling länger als eine Stunde quillt, ist die Peeling-Wirkung sanfter. Das Peeling ist zur sofortigen Anwendung bestimmt, weil die Zutaten naturgemäß innerhalb weniger Tage verderben. Es ist für jeden Hauttyp geeignet.

Wenn ein haltbares Peeling auf Vorrat griffbereit sein soll, empfehlen wir unsere Peeling-Creme.


Peeling-Creme für fettige und normale Haut
 
Fettphase:
 
  15 Gramm Tegomuls
 
 
  fünf Gramm Bienenwachs (=Lamecreme)
 
 
  70 Gramm Kürbiskernöl
 
Creme:
 
  20 Gramm Fettphase
 
 
  40 Gramm destilliertes Wasser
 
 
  vier bis fünf Teelöffel Kürbiskerne, gemahlen
 
 
  18 Tropfen Meristem-Extrakt
 
 
  fünf Gramm D-Panthenol
 
 
  drei bis vier Tropfen Rosenöl
 
 
  sieben Tropfen Paraben K
   

Damit die Peelingcreme die richtige Konsistenz bekommt, ist wertvolles Bienenwachs als Bestandteil enthalten. Außerdem D-Panthenol, ein Provitamin der B-Gruppe, das heilende und antimikrobielle Eigenschaften hat. Und damit diese Peelingcreme länger haltbar ist, enthält unsere Rezeptur Paraben K, ein mildes Konservierungsmittel. Meristem-Extrakt ist ein Radikalfänger aus Pflanzenwurzeln.

Die Zutaten der Fettphase in ein verschließbares Marmeladenglas geben und solange schütteln, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Das destillierte Wasser in einem Becherglas erhitzen und 20 Gramm der Fettphase hinzugeben. Das Gemisch in ein anderes verschließbares Deckelglas füllen und die restlichen Zutaten hinzugeben. Am Ende das Deckelglas gut durchschütteln.

Wenn die Haut durch das Peeling gereinigt ist, kann eine  Creme aufgetragen werden. Die Herstellung geht am einfachsten, wenn eine fertige Cremegrundlage verwendet wird, wie z.B. Cremaba ht. Sie besteht aus Sheabutter, Oliven- und Palmkernöl. Außerdem enthält sie wertvolle Lecithine.



 
Tagescreme für trockene Haut (80g)
 
Fettphase:
 
  25 Gramm Tegomuls
 
 
  20 Gramm Kürbiskernöl
 
 
  20 Gramm Sesamöl
 
 
  20 Gramm Sonnenblumenöl
 
 
  20 Gramm Kakaobutter
 
Creme:
 
  20 Gramm Fettphase
 
 
  60 Gramm destilliertes Wasser
 
 
  fünf Gramm Oleum Calendulae (=Ringelblumenöl)
 
 
  fünf Gramm D-Panthenol
 
 
  drei Gramm Kollagen, nativ
 
 
  acht Tropfen Paraben K
 
 
  acht Tropfen a-Bisabolol
 
 
  zehn Tropfen Zitronenöl
 
 
  zehn Tropfen Mandarinenöl
   
 
Die Zutaten der Fettphase in ein Becherglas geben und unter Rühren im Wasserbad erhitzen, bis die Kakaobutter geschmolzen ist. Die fertige Fettphase kurz ruhen lassen, damit die Temperatur etwas sinkt. Währenddessen destilliertes Wasser, Ringelblumenöl, D-Panthenol, Kollagen, Paraben K und a-Bisabolol in ein verschließbares Marmeladenglas geben und vorerst ohne Deckel im Wasserbad erhitzen, bis die Inhalte der zwei Bechergläser ungefähr die gleiche Temperatur haben. Das gewährleistet, dass sie sich gut mischen lassen. Nun gibt man 20 Gramm der Fettphase zusammen mit den anderen Zutaten in das Marmeladenglas. Sollte die Kakaobutter jetzt ausflocken, dann sollte das Gemisch zu diesem Zeitpunkt ein weiteres Mal im Wasserbad erhitzt werden. Zuletzt das Zitronen- und Mandarinenöl hinzugeben, das Marmeladenglas mit dem Deckel verschließen und gut schütteln.

Die Tagescreme hat einen leicht grünlichen Farbstich, der vom Kürbiskernöl herrührt. Wem das besondere Aroma und die grüne Farbe des Kürbiskernöls gefällt, dem empfehlen wir unser "Belebendes Kürbiskern-Massageöl". Eine äußerst wohltuende Angelegenheit.



Belebendes Kürbiskern-Massageöl
 
  30 Gramm Kürbiskernöl
 
 
  30 Gramm Sonnenblumenöl
 
 
  30 Gramm Olivenöl
 
 
  10 Tropfen Pfefferminzöl
   
 
Die Öle einfach in einer Flasche miteinander vermischen, einmassieren und entspannen ...




Kürbisse zum "Krach" machen
   
Aus Flaschenkürbissen werden mit langer Tradition die unterschiedlichsten Instrumente gebaut. Die Kalebassen eignen sich hierfür im getrocknetem Zustand am besten, weil sie stark verholzen und dementsprechend hart sind. Wie man Flaschenkürbisse am besten trocknet, ist im Kapitel "Dekoratives Kürbis-Geschirr selbst gemacht" nachzulesen.

Bei der "Kalimba", auch Daumenklavier genannt, sind auf dem Resonanzkörper unterschiedlich lange Klangzungen fixiert, die ihrer Länge entsprechend unterschiedlich hohe Töne erzeugen.

Viele der Kalebassen-Instrumente lassen sich leicht nachbauen. Rasseln entstehen etwa im einfachsten Fall schon allein durch das Trocknen der Kalebassen. Im Inneren löst sich bei den meisten das Kerngehäuse ganz von selbst und rappelt ohne Zutun. Wer es lauter haben will, kann die getrockneten Kalebassen zusätzlich mit Reis oder Erbsen füllen. Der Sound ist dann jeweils ganz unterschiedlich. Hierfür bohrt man vorsichtig mit einem Akkubohrer oder einer Bohrmaschine ein Loch in den getrockneten Kürbis, befüllt ihn und verschließt das Loch mit einem kleinen Korken oder ähnlichem. Wer runde Kalebassenformen verwenden möchte, kann das Loch auch mit einem Holzstiel verschließen, fest ankleben und diesen als Rasselgriff gebrauchen.

Dafür bringt man am Übergang zwischen Kürbishals und -bauch zunächst ein Hauptband an, was man sich aus einfachen Baumwoll-Schnüren flechten kann. An dieses Hauptband werden in regelmäßigen Abständen senkrecht Doppelschnüre geknotet. Im nächsten Schritt verbindet man jeweils die benachbarten, senkrechten Schnüre mit einem Doppelknoten und steckt die erste Reihe Holzperlen auf. Diese werden wiederum mit einem Doppelknoten fixiert und gut festgeknotet. Ist das Perlennetz fertig, knotet man die Schnüre am unteren Ende des Kürbisbauches zusammen - fertig ist die Profi-Rassel.

Ein weiteres Instrument, bei dessen Bau ein Kürbis verwendet wird, ist der Birimbao. Er sieht einem Jagdbogen ähnlich, wobei ein aufgeschnittener Flaschenkürbis den Resonanzraum bildet. Ursprünglich stammt der Birimbao aus Angola. Von dort verschleppte Sklaven brachten ihn nach Brasilien. Weil die Sklaven kein Geld hatten, bauten sie sich ihren Birimbao immer selbst. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten.

Die Musik, die mit dem Birimbao gemacht wird, ist Teil eines Kampftanzes namens "Capoeira". Dieser Kampftanz war die einzige Möglichkeit für die Sklaven, ihren Widerstand gegen die herrschenden Mächte auszudrücken und die Kampftechniken zu trainieren.

Sie mussten sozusagen den Kampf im Tänzerischen verstecken. Noch bis 1937 war dieser Kampftanz verboten. Der Birimbao begleitet und feuert die kämpfenden Tänzerinnen und Tänzer mit typischen Rhythmen und Improvisationen an.

Inzwischen gibt es auch in Deutschland zahlreiche Capoeira-Gruppen, in denen man die Musik und den Tanz erleben und lernen kann. Innerhalb dieser Gruppen finden auch Seminare statt, in denen Birimbaos selbst gebaut werden.


Impressum
 
Text: Markus Schall
Rezepte: Marco Krainer
Redaktion: Karl Mertes
Redaktionelle Betreuung: Sabine Fricke
Satz: Vladimir Rydl
Designkonzept: Irina Rasimus
Grafik/Internet: Designbureau Kremer & Mahler